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Was bedeutet PUP-Liste in der NFL? Active/PUP und Reserve/PUP erklärt

Kurz erklärt

PUP steht für Physically Unable to Perform. Die Liste gibt es zweimal: Active/PUP gilt im Trainingslager und kostet keine Spiele. Reserve/PUP entsteht am Kaderschnitt — dieser Spieler verpasst mindestens die ersten vier Saisonspiele, belegt dafür keinen der 53 Kaderplätze und bekommt sein volles Grundgehalt.

Wenn ein NFL-Team meldet, ein Spieler stehe „auf der PUP-Liste", steht darin schon fast alles über seine nächsten Wochen — man muss nur wissen, welche der beiden PUP-Listen gemeint ist. Die eine ist eine Randnotiz aus dem Trainingslager. Die andere kostet mindestens vier Spiele.

Wofür steht PUP?

PUP ist die Abkürzung für Physically Unable to Perform, wörtlich „körperlich nicht einsatzfähig". Es ist keine medizinische Einstufung, sondern eine Kaderkategorie: ein Regelwerk dafür, wie ein Verein mit einem Spieler umgeht, der schon vor der ersten Trainingseinheit verletzt war.

Genau dieser Zeitpunkt entscheidet. Auf die PUP-Liste kommt nur, wer mit einer Football-Verletzung ins Trainingslager kommt und deshalb von Anfang an nicht mittrainieren kann. Wer sich später verletzt, hat mit PUP nichts zu tun — für ihn gibt es die Injured Reserve.

Active/PUP: die Liste im Trainingslager

Die erste Fassung gilt ab dem Beginn des Training Camps. Der Spieler bleibt Teil des Kaders, darf in Besprechungen, in den Kraftraum und in die Reha — nur eben nicht aufs Trainingsfeld.

  • Er zählt zum 90-Mann-Kader. Der Platz ist also belegt.
  • Er darf jederzeit runter. Sobald er fit ist, wird er aktiviert — mitten im Camp oder mitten in der Preseason.
  • Zurück geht es nicht. Wer einmal von der Liste genommen wurde, kann im selben Jahr nicht wieder darauf.

Reserve/PUP: ab hier geht es um Spiele

Am Tag des Kaderschnitts muss jeder Verein für jeden Spieler auf Active/PUP eine Entscheidung treffen: in den 53-Mann-Kader, entlassen, tauschen — oder auf Reserve/PUP. Nur diese vierte Möglichkeit hat Folgen für die Saison.

Reserve/PUP in Zahlen
4
Spiele Mindestpause
die ersten vier Spiele des Teams
Woche 5
frühester Einsatz
später, wenn das Team früh eine Bye Week hat
0
belegte Kaderplätze
zählt nicht zu den 53
100 %
des Grundgehalts
wird weiter ausgezahlt

Gezählt werden Spiele, nicht Wochen. Hat ein Team schon früh seine spielfreie Woche, verschiebt sich die Sperre entsprechend nach hinten.

Das Gehalt läuft weiter — anders als auf der NFI-Liste. Der Vertrag läuft ebenfalls normal ab; nur in einem Sonderfall wird er angehalten: wenn der Spieler im letzten Vertragsjahr steht, bis zum sechsten Saisonspiel nicht einsatzfähig ist und in dieser Saison nicht mehr aktiviert wird. Was es mit der NFI-Liste auf sich hat, steht auf einer eigenen Seite — und alle Kaderlisten nebeneinander in unserer Übersicht.

Der Weg zurück — und was 2026 neu ist

Bis zur Saison 2025 durfte ein Spieler auf Reserve/PUP erst nach dem vierten Spiel seines Teams wieder mittrainieren. Für 2026 haben die Klubs das geändert: Das Übungsfenster öffnet sich jetzt schon nach dem zweiten Spiel.

  1. Mindestens vier Spiele aussetzen

    Diese Frist ist unverhandelbar. Sie gilt unabhängig davon, wie fit der Spieler längst wieder ist.

  2. Das Übungsfenster öffnet sich

    Seit 2026 darf ihn das Team nach seinem zweiten Saisonspiel wieder aufs Trainingsfeld holen. Er zählt dabei weiterhin nicht zum 53-Mann-Kader.

  3. 21 Tage Bedenkzeit

    Ab der ersten Trainingseinheit läuft eine Frist von 21 Tagen. In dieser Zeit muss sich der Verein entscheiden.

  4. Aktivieren — oder die Saison ist vorbei

    Wird er nicht rechtzeitig in den 53-Mann-Kader geholt, bleibt er für den Rest der Saison auf der Liste.

Warum Vereine das überhaupt machen

Reserve/PUP ist ein Tauschgeschäft: Das Team verzichtet mindestens vier Spiele lang sicher auf den Spieler und bekommt dafür einen Kaderplatz zurück. Ohne die Liste müsste es einen der 53 Plätze für jemanden blockieren, der ohnehin nicht auflaufen kann.

Deshalb landen dort fast immer Spieler mit langwierigen Verletzungen — Kreuzbandrisse, Achillessehnen, Operationen aus dem Frühjahr. Und deshalb ist die Meldung „Spieler X auf Reserve/PUP" selten eine Überraschung, sondern meist die formale Bestätigung von etwas, das seit Monaten absehbar war.

PUP, IR, NFI und Exempt List — welche Liste was bedeutet

Die vier Listen im Vergleich
ListeWas sie bedeutet
Active/PUPNur im Trainingslager, nur für Verletzungen aus dem FootballKein Training, aber jederzeit aktivierbar. Kostet keine Spiele.
Reserve/PUPEntsteht am Kaderschnitt aus Active/PUPMindestens vier Spiele Pause. Belegt keinen der 53 Plätze. Volles Grundgehalt.
Reserve/NFIVerletzung oder Krankheit außerhalb des FootballsDieselbe Vier-Spiele-Regel — aber ohne Anspruch auf das Gehalt.
Injured Reserve (IR)Verletzung zu jedem Zeitpunkt der SaisonMindestens vier Spiele. Zurück darf nur, wer vorher im 53-Mann-Kader stand; pro Saison bis zu acht Rückkehrer, jeder höchstens zweimal.
Commissioner Exempt ListKeine Verletzung — eine Entscheidung der LigaKein festes Ende. Der Spieler wird bezahlt, ist aber nicht spielberechtigt.

Die häufigste Verwechslung ist die zwischen PUP und IR. Beide kosten mindestens vier Spiele — der Unterschied liegt in der Vorgeschichte: Auf PUP kommt nur, wer seit Camp-Beginn verletzt war und nie mittrainiert hat. Wer sich während der Saison verletzt, geht auf die IR.

Zwei Fälle aus der Saison 2026

Ende August 2026 haben zwei Vereine denselben Schritt gemacht: Green Bay setzte Edge Rusher Micah Parsons auf Reserve/PUP, Seattle Running Back Zach Charbonnet — beide nach einem Kreuzbandriss aus der Vorsaison. Beide verpassen damit mindestens die Spiele eins bis vier.

Was das für die Depth Chart bedeutet

Ein Spieler auf Reserve/PUP taucht in der Aufstellung seines Teams nicht mehr auf. Der Platz dahinter rückt nach — und genau daran erkennt man vor dem Saisonstart, wen ein Verein wirklich für den Nachfolger hält. Bei InsiderHuddle vergleichen wir die Depth Charts aller 32 Teams jeden Morgen mit dem Vortag; die Änderungen stehen an einer Stelle.

Was Fantasy-Manager beachten sollten

Ein Spieler auf Reserve/PUP fehlt sicher — nicht wahrscheinlich. Das macht ihn planbarer als einen Verletzten mit offenem Ausgang: Vier Spieltage ohne ihn stehen fest, ein Comeback danach ist möglich, aber nicht garantiert.

Ob du ihn im IR-Slot parken darfst, hängt von deiner Plattform ab — manche Ligen lassen dort nur den Status „IR" zu, andere auch „PUP" oder „Out". Das steht in den Ligaeinstellungen und ist vor dem Draft die schnellere Antwort als jede Faustregel. Ob sich das Halten lohnt, hängt zusätzlich vom Ligatyp ab: In einer Dynasty-Liga ist ein Ausfall über vier Spiele ein Detail, in einer Redraft-Liga knapp ein Viertel der Hauptrunde.

Kurz zum Mitnehmen

  • PUP heißt Physically Unable to Perform und ist eine Kaderkategorie, keine Diagnose.
  • Auf die Liste kommt nur, wer schon zu Camp-Beginn verletzt war und keine einzige Einheit mitgemacht hat.
  • Active/PUP gilt im Trainingslager und kostet keine Spiele.
  • Reserve/PUP entsteht am Kaderschnitt: mindestens vier Spiele Pause, kein Platz im 53-Mann-Kader, volles Grundgehalt.
  • Seit 2026 darf er schon nach dem zweiten Saisonspiel wieder mittrainieren — auflaufen frühestens nach dem vierten.
  • Ab der ersten Trainingseinheit hat der Verein 21 Tage Zeit, ihn zu aktivieren. Verstreicht die Frist, ist die Saison für ihn vorbei.

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