Was ist der Practice Squad? NFL-Trainingskader erklärt
Der Practice Squad ist der Trainingskader eines NFL-Teams: bis zu 16 zusätzliche Spieler, die neben dem 53 Mann starken Hauptkader unter der Woche mittrainieren, aber nicht automatisch spielberechtigt sind. Er dient dazu, junge Talente zu entwickeln und bei Verletzungen schnell Ersatz zu haben.
Der Practice Squad – auf Deutsch der Trainingskader – ist eine Art zweite Mannschaft neben dem eigentlichen NFL-Kader. Wenn ein Team seinen Hauptkader zum Saisonstart auf 53 Spieler kürzt, darf es zusätzlich bis zu 16 Spieler in diesen Trainingskader aufnehmen. Sie trainieren unter der Woche voll mit, stehen aber am Spieltag zunächst nicht im Aufgebot. Der Practice Squad entsteht meist direkt nach dem großen Cutdown und besteht zu einem großen Teil aus Spielern, die es knapp nicht in die 53 geschafft haben.
Wer darf in den Practice Squad?
In erster Linie ist der Practice Squad für junge, unerfahrene Spieler gedacht – Rookies und solche mit wenig Spielpraxis, die sich noch entwickeln sollen. Ganz auf Nachwuchs beschränkt ist er aber nicht: Jedes Team darf bis zu sechs erfahrene Veteranen ohne jede Begrenzung ihrer Spielzeit im Trainingskader halten. Als „erfahren“ gilt dabei, wer in einer Saison mindestens sechs Spiele lang zum Aufgebot gehörte – dann zählt ihm die Liga eine volle Profisaison an.
Wie viel verdient ein Practice-Squad-Spieler?
Der Trainingskader wird wöchentlich bezahlt – deutlich unter dem Mindestgehalt eines Stammkaderspielers, aber immer noch ein echter NFL-Scheck. Ein Standard-Practice-Squad-Spieler bekommt rund 13.000 US-Dollar pro Woche, über eine Saison also etwa 234.000 Dollar. Erfahrene Veteranen im Trainingskader verdienen mehr – je nach Vertrag zwischen rund 17.500 und 25.000 Dollar pro Woche.
Können Practice-Squad-Spieler eingesetzt werden?
Ja – über sogenannte Gameday Elevations. Ein Team darf einen Spieler aus dem Trainingskader für ein einzelnes Spiel ins Aufgebot hochziehen; danach kehrt er automatisch in den Practice Squad zurück. Das geht pro Spieler bis zu dreimal pro Saison. Wer ein viertes Mal spielen soll, muss fest in den 53-Mann-Kader aufgenommen werden. So können Teams flexibel auf Verletzungen oder bestimmte Gegner reagieren, ohne gleich einen Kaderplatz dauerhaft zu vergeben.
Kann ein anderes Team meinen Spieler abwerben?
Genau hier liegt der Haken: Der Practice Squad ist kein sicheres Versteck. Jedes andere Team darf einen Trainingskader-Spieler jederzeit verpflichten – allerdings nur, indem es ihn direkt in seinen eigenen 53-Mann-Kader aufnimmt, ihn also faktisch befördert. Entwickelt sich ein Talent im Practice Squad gut, ist es damit nicht davor geschützt, von der Konkurrenz weggeschnappt zu werden. Teams müssen ihre besten Nachwuchskräfte deshalb genau im Blick behalten.
Warum der Practice Squad wichtig ist
Für viele Spieler ist der Practice Squad das Sprungbrett in die Liga: der Ort, an dem sie sich nach einem knappen Cut weiter beweisen, bis ein Kaderplatz frei wird. Etliche spätere Stammspieler und sogar Stars haben ihre Karriere im Trainingskader begonnen. Gleichzeitig ist er für die Teams die wichtigste Versicherung gegen Verletzungen – frischer, bereits eingearbeiteter Ersatz, der jederzeit nachrücken kann. Wer diese Bewegungen mitverfolgen will, sieht bei InsiderHuddle im täglichen Depth-Chart-Vergleich, wer neuer Starter ist und wer auf- oder absteigt.
Kurz zum Mitnehmen
- Der Practice Squad ist der bis zu 16 Mann starke Trainingskader neben dem 53er-Hauptkader.
- Er ist vor allem für junge Spieler gedacht, darf aber bis zu sechs Veteranen enthalten.
- Practice-Squad-Spieler verdienen rund 13.000 Dollar pro Woche (Veteranen mehr).
- Über Gameday Elevations dürfen sie bis zu dreimal pro Saison mitspielen, danach müssen sie fest verpflichtet werden.
- Andere Teams können sie jederzeit abwerben – aber nur direkt in ihren 53-Mann-Kader.