NFL-Spiel in Europa besuchen: Tickets, Termine und was es kostet
Für Fans aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Europa-Spiele die einzige realistische Gelegenheit, NFL live zu sehen. 2026 sind es sechs zwischen dem 4. Oktober und dem 15. November. Stand 2. September sind vier davon noch offiziell zu haben – ausverkauft sind nur London am 11. Oktober und München. Das günstigste Ticket liegt bei 54,05 Pfund für das Wembley-Spiel. Gekauft wird über ein NFL-Ticketmaster-Konto, beim Wembley-Spiel über die Jaguars selbst. Die Preise sind Endpreise inklusive aller Gebühren und lagen 2026 zwischen etwa 80 und 440 Euro.
Ein NFL-Spiel in den USA zu besuchen bedeutet Interkontinentalflug, Zeitverschiebung und eine Reisekasse, die schnell vierstellig wird. Die Europa-Spiele sind die Abkürzung: dieselbe Liga, dieselben Teams, aber mit dem Zug oder einem Kurzflug erreichbar. 2026 gibt es davon so viele wie nie.
Die sechs Europa-Spiele 2026
- 4. Oktober – London, Tottenham Hotspur Stadium: Colts gegen Commanders
- 11. Oktober – London, Tottenham Hotspur Stadium: Eagles gegen Jaguars
- 18. Oktober – London, Wembley: Texans gegen Jaguars
- 25. Oktober – Paris, Stade de France: Steelers gegen Saints, Kickoff 14:30 Uhr – das erste Regular-Season-Spiel in Frankreich überhaupt
- 8. November – Madrid, Bernabéu: Bengals gegen Falcons, Kickoff 15:30 Uhr
- 15. November – München, Allianz Arena: Patriots gegen Lions, Kickoff 15:30 Uhr
Dazu kommen drei Spiele außerhalb Europas – in Melbourne, Rio de Janeiro und Mexico City. Die laufen mitten in der Nacht und sind als Reiseziel für die meisten kein Thema. Alle neun Termine mit Stadien stehen in unserer Übersicht der International Games.
Wie der Ticketverkauf abläuft
Das Muster ist bei allen Europa-Spielen gleich, und wer es kennt, verpasst den Verkauf nicht. Es gibt zwei Fenster, und dazwischen liegen mehrere Wochen.
- Zuerst die Hospitality-Pakete – Karte plus Verpflegung, deutlich teurer, aber verfügbar, wenn sonst noch nichts geht.
- Danach der freie Verkauf – die normalen Sitzplätze. Das ist der Termin, auf den es ankommt.
Wie weit die beiden auseinanderliegen, zeigen die Termine 2026: In London startete Hospitality am 5. Juni, der freie Verkauf am 7. Juli. In Madrid ebenfalls am 5. Juni und dann am 9. Juli. In Paris am 18. Juni und am 16. Juli, jeweils mittags. Rund ein Monat Abstand ist also die Regel – und der freie Verkauf liegt bei allen Spielen im Juli, also gut drei Monate vor dem Anpfiff.
Gekauft wird ausschließlich über ein NFL-Ticketmaster-Konto. Das musst du vorher anlegen, nicht erst wenn der Verkauf läuft – in der Minute, in der die Karten freigegeben werden, ist keine Zeit für eine Registrierung. Je nach Land führt der Weg über die passende Ticketmaster-Landesseite, in Frankreich zum Beispiel über Ticketmaster France.
Eine Ausnahme gibt es: Das Wembley-Spiel der Jacksonville Jaguars läuft nicht über den gemeinsamen Verkauf, sondern über die Ticketseite des Vereins selbst. Wer nur auf der NFL-Seite sucht, findet es nicht.
Was eine Karte kostet
Die NFL nutzt bei den Europa-Spielen sogenannte All-in-Preise: Was angezeigt wird, ist der Endpreis inklusive Gebühren. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zu vielen Ticketplattformen, bei denen erst im letzten Schritt zwanzig Prozent dazukommen.
Die belegten Spannen für 2026: In London begannen die Karten bei 79,13 Pfund und reichten je nach Spiel bis 245,65 oder 280,65 Pfund. In Paris lagen sie zwischen 91,22 und 425,75 Euro, in Madrid zwischen 93,40 und 438,75 Euro. Für München wurden offiziell 83,59 Euro (Kategorie 8) bis 413,75 Euro (Kategorie 1) aufgerufen. Für Kinder gibt es in ausgewählten Kategorien eine begrenzte Zahl ermäßigter Karten. In München kosteten sie für unter 16-Jährige 42,17 Euro in Kategorie 8, 90,68 Euro in Kategorie 5 und 117,93 Euro in Kategorie 4 – also etwa die Hälfte des Erwachsenenpreises. Kinder bis zwei Jahre brauchen kein eigenes Ticket, wenn sie auf dem Schoß sitzen; dafür gibt die NFL am Spieltag kostenlose „Babes in Arms"-Karten aus.
Als Faustregel für die Planung: rund 80 bis 100 Euro für die unterste Kategorie, rund 400 bis 440 Euro für die beste. Das ist erstaunlich einheitlich über alle Standorte hinweg und ändert sich von Jahr zu Jahr nur wenig.
Wo es heute noch Karten gibt
Stand 2. September 2026, jeweils beim offiziellen Verkäufer selbst nachgesehen – nicht auf einer Weiterverkaufsseite. Vier der sechs Spiele sind noch zu haben.
- London, 4. Oktober (Colts – Commanders): Karten da, Preisbänder von 39,89 bis 200,65 Pfund.
- London, 11. Oktober (Eagles – Jaguars): ausverkauft. Der Verkäufer meldet ausdrücklich keine Verfügbarkeit.
- London, 18. Oktober in Wembley (Texans – Jaguars): Karten da, 54,05 bis 155,97 Pfund – das günstigste Ticket aller sechs Spiele. Läuft über die Jaguars, nicht über die NFL-Seite.
- Paris, 25. Oktober (Steelers – Saints): Karten da, über Ticketmaster France. Der Verkäufer weist das Spiel als stark nachgefragt aus.
- Madrid, 8. November (Bengals – Falcons): Karten da, über die spanische NFL-Ticketseite – Einzelkarten und Hospitality.
- München, 15. November (Patriots – Lions): nicht verfügbar. Die NFL führt das Spiel ausdrücklich als derzeit nicht erhältlich.
Verfügbarkeiten ändern sich, und einzelne Kategorien können weg sein, auch wenn ein Spiel grundsätzlich offen ist – sieh vor dem Kauf selbst nach. Für die beiden geschlossenen Spiele bleiben der offizielle Zweitmarkt bei Ticketmaster, die kostenlose Registrierung für Ticket-News auf nfl.com und die Hospitality-Pakete: teurer, aber oft noch da, wenn die normalen Karten längst weg sind.
Und was ist mit Viagogo, StubHub und Co.?
Das betrifft nur die beiden Spiele, die wirklich zu sind – London am 11. Oktober und München. Für die anderen vier gibt es offizielle Karten, und die sind billiger. Ehrliche Antwort statt erhobenem Zeigefinger: In der Praxis kommen viele Fans über diese Plattformen ins Stadion. Wer etwas anderes behauptet, war noch nie bei einem ausverkauften Spiel. Du solltest aber wissen, worauf du dich einlässt.
- Die Karten sind personalisiert und offiziell nicht übertragbar. Ob am Einlass abgeglichen wird, ist eine andere Frage – aber wenn kontrolliert wird, hast du kein Argument und kein Recht auf Einlass.
- Du zahlst deutlich drauf. Aufschläge auf das Drei- bis Vierfache sind normal, plus Gebühren, die oft erst im letzten Schritt sichtbar werden.
- Du hast keinen echten Schutz. Wenn das Ticket am Einlass abgelehnt wird, stehst du draußen – mit einer Garantie, die dir das Geld erstattet, aber nicht das Spiel.
Was die Reise sonst noch kostet
Die Karte ist selten der größte Posten. Der Punkt, an dem die meisten zu spät dran sind, ist die Übernachtung: Rund um NFL-Spieltage sind die Häuser in der Stadt früh ausgebucht oder deutlich teurer als sonst, und alle sechs Europa-Spiele 2026 liegen auf einem Sonntag. Wenn du Karten hast, buche die Unterkunft sofort – nicht in der Woche davor.
Bei der Anreise lohnt der Blick auf die Bahn, und zwar nicht aus Öko-Gründen: Paris ist aus Süddeutschland und Österreich mit dem Zug gut erreichbar, London über den Eurostar, München ohnehin. Nur für Madrid ist der Flug praktisch alternativlos. Wer am Sonntagabend zurück will, sollte vorher prüfen, ob es überhaupt eine Verbindung nach Spielende gibt – ein NFL-Spiel dauert gut drei Stunden, das Stadion ist danach nicht in zehn Minuten leer.
Am Spieltag
Sei früh da. Bei den bisherigen Europa-Spielen war das Stadion Stunden vor dem Kickoff voll, weil das Rahmenprogramm Teil des Erlebnisses ist – wer erst zum Anpfiff kommt, verpasst die Hälfte. Rechne mit einer strengen Taschenordnung; die verbindlichen Regeln veröffentlichen NFL und Stadion erst kurz vor dem Termin, verlass dich nicht auf ältere Angaben. Und plane Zeit ein: Ein NFL-Spiel dauert deutlich länger als die 60 Minuten Spielzeit. Wenn du zum ersten Mal dabei bist, reicht eine halbe Stunde Vorbereitung mit unserem Einsteiger-Guide, um zu verstehen, warum das Stadion jubelt.
Keine Karte bekommen?
Alle Europa-Spiele gehören zum Free-TV-Paket von RTL, sind also kostenlos zu sehen. Wer ein Sky-Abo hat, findet sie dort ebenfalls, und über den NFL Game Pass läuft ohnehin jede Partie. Welcher Weg zu wem passt, steht in unserem Überblick zur NFL-Übertragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Kurz zum Mitnehmen
NFL-Ticketmaster-Konto vorher anlegen, mit 80 bis 440 Euro rechnen und die Unterkunft am selben Tag buchen wie die Karte. Und prüf zuerst, ob es überhaupt noch offizielle Karten gibt – Anfang September waren vier der sechs Spiele offen, das billigste Ticket lag bei 54 Pfund für Wembley. Erst wenn ein Spiel wirklich zu ist: offizieller Zweitmarkt, Registrierung für Restkontingente, Hospitality – und den freien Zweitmarkt nur mit offenen Augen. Das nächste Spiel im deutschsprachigen Raum ist München am 15. November.