Dein Weg zum Touchdown
Danach verstehst du, was beim nächsten Spiel auf dem Bildschirm passiert — von den vier Versuchen über die Einblendung im TV bis zu den häufigsten Strafen.
Football ist ein Kampf um Raum: Wer den Ball in die gegnerische Endzone bringt, punktet.
Das Spielfeld ist 100 Yards lang, rund 91 Meter. An jedem Ende schließt eine 10 Yards tiefe Endzone (End Zone) an — insgesamt also 120 Yards. Die Endzone ist das Ziel: Wer den Ball hineinträgt oder ihn dort fängt, macht einen Touchdown. Hinter jeder Endzone steht ein Torgestänge (Goalpost). Wer nah genug herankommt, aber nicht ganz durchkommt, kann den Ball stattdessen hindurchkicken. Quer über das Feld liegen weiße Linien im Abstand von fünf Yards. Die Zahlen zählen von beiden Seiten bis zur 50 in der Mitte hoch — jede Zahl gibt es also zweimal, und sie nennt immer die Entfernung zur nächstgelegenen Endzone. Deshalb sagt der Kommentator dazu, in wessen Hälfte die Linie liegt. Am Ende gewinnt, wer mehr Punkte hat.
Der Ball liegt auf der 30-Yard-Linie. Wie weit ist es bis zur Endzone, auf die das angreifende Team zuläuft?
Das hängt davon ab, in welcher Feldhälfte diese 30 liegt
Jede Zahl gibt es zweimal, einmal je Feldhälfte, und sie gibt immer die Entfernung zur nächsten Endzone an. Deshalb nennt der Kommentator dazu das Team, in dessen Hälfte der Ball liegt — „KC 30“ heißt: 30 Yards vor der Endzone von Kansas City.
Elf gegen elf — aber Angriff und Verteidigung sind verschiedene Spieler.
Eine Mannschaft besteht aus 53 Spielern, von denen immer nur elf gleichzeitig auf dem Feld stehen. Wer den Ball hat, spielt mit seiner Offense; die Gegenseite stellt ihre Defense dagegen. Der wichtigste Punkt für Neulinge: Es sind nicht dieselben elf. Offense, Defense und Special Teams sind komplett verschiedene Personen. Wechselt der Ballbesitz, laufen alle elf vom Feld und elf andere kommen herein. Es wechseln nicht die Rollen — es wechselt die Mannschaft. Beide Reihen treffen sich an einer gedachten Linie quer über das Feld, der Line of Scrimmage. Dort liegt der Ball, und keiner darf vor dem Start darüber. Jeder Spielzug beginnt damit, dass ein Spieler in der Mitte den Ball nach hinten reicht: der Snap.
Ein Team verliert den Ball an den Gegner. Was passiert mit den elf Spielern, die gerade auf dem Feld standen?
Sie gehen vom Feld, elf andere Spieler kommen herein
Ein Kader hat 53 Spieler, und Offense und Defense sind verschiedene Personen. Bei jedem Ballbesitzwechsel tauscht ein Team seine komplette Einheit aus — deshalb sind die Unterbrechungen zwischen den Spielzügen auch so voll.
Vier Versuche für zehn Yards. Geschafft heißt First Down — und vier neue Versuche.
Ein Down ist ein Versuch. Ein Team hat vier Downs, um zehn Yards zu gewinnen. Schafft es das, bekommt es ein First Down — und damit vier neue Versuche ab der neuen Stelle. „First Down" heißt also nicht „erster Versuch", sondern: geschafft, es geht von vorne los. So arbeitet sich eine Mannschaft in Zehn-Yard-Schritten über das Feld, theoretisch unbegrenzt lange. Reichen die vier Versuche nicht, bekommt der Gegner den Ball genau dort, wo der vierte endete — ein Turnover on Downs. Den Ball verliert man außerdem durch einen abgefangenen Pass (Interception) oder wenn ein Ballträger ihn fallen lässt und ein Gegner ihn aufnimmt (Fumble). Und in allen drei Fällen gilt: Der Ball ist danach lebendig. Wer ihn hat, darf sofort damit loslaufen.
Ein Team gewinnt im dritten Versuch elf Yards. Was passiert?
Es bekommt ein First Down und damit vier neue Versuche
Zehn Yards geschafft heißt: Der Zähler wird zurückgesetzt. Der vierte Versuch wird gar nicht mehr gebraucht, es beginnt wieder bei „1st & 10“ — genau das macht ein First Down so wertvoll.
Der Balken am Bildschirmrand sagt dir jederzeit, worum es im nächsten Spielzug geht.
Die Einblendung im Fernsehen ist die Bedienungsanleitung des Spiels. Sie zeigt vier Dinge. Erstens den Spielstand mit den Team-Kürzeln; ein Punkt oder Pfeil daneben markiert, wer gerade den Ball hat. Zweitens Viertel und Restzeit. Drittens die Angabe „2nd & 7“ — zweiter Versuch, noch sieben Yards bis zum First Down. Die zweite Zahl ist immer die Entfernung zum First Down, nie die zur Endzone. Viertens die Position, etwa „KC 34“: Der Ball liegt auf der 34-Yard-Linie in der Hälfte von Kansas City. Läuft irgendwo eine Zahl von 40 abwärts, ist das die Play Clock, die Zeit bis zum nächsten Snap. Die gelbe Linie im Bild ist nur eingeblendet, auf dem Rasen gibt es sie nicht. Sie zeigt, wohin es für ein First Down reicht.
Im Bild steht „3rd & 2“. Was bedeutet die 2?
Es fehlen noch zwei Yards bis zum First Down
Die erste Zahl ist der Versuch, die zweite die Entfernung zum nächsten First Down. „3rd & 2“ heißt also: dritter von vier Versuchen, zwei Yards fehlen — eine sehr gute Lage für die Offense.
Touchdown 6, Field Goal 3, Safety 2 — und punkten kann auch die Defense.
Ein Touchdown bringt sechs Punkte: Der Ball ist in der gegnerischen Endzone, hineingetragen oder dort gefangen. Danach folgt ein Zusatzversuch — ein Kick von der 15-Yard-Linie bringt einen Punkt, ein Lauf oder Pass von der 2 bringt zwei (Two-Point Conversion). Ein Field Goal ist ein Kick durchs Torgestänge und bringt drei Punkte. Ein Safety bringt zwei Punkte für die verteidigende Mannschaft, wenn sie den Ballträger in dessen eigener Endzone stoppt. Und danach bekommt sie auch noch den Ball: Der Gegner muss ihn von der eigenen 20-Yard-Linie zu ihr kicken. Das ist der einzige Fall im Football, in dem ein Team punktet und anschließend in Ballbesitz kommt. Punkten kann übrigens auch die Defense — wer einen Pass abfängt und ihn in die Endzone trägt, macht einen Pick Six.
Ein Spieler der Defense fängt einen Pass ab und läuft damit in die gegnerische Endzone. Wie viel zählt das?
Sechs Punkte — ein Touchdown
Ein Touchdown zählt sechs Punkte, egal welches Team ihn erzielt. Nach einem abgefangenen Pass heißt er Pick Six: sechs Punkte für die Mannschaft, die eigentlich gerade verteidigt hat.
Die Uhr läuft weiter, wenn der Ballträger im Feld gestoppt wird.
Die Spielzeit beträgt 60 Minuten: vier Viertel zu je 15 Minuten, mit einer Pause nach dem zweiten. Die Uhr läuft weiter, wenn der Ballträger im Feld gestoppt wird. Sie hält an bei einem unvollständigen Pass, wenn der Ball ins Aus geht, nach Punkten, bei Strafen und bei Auszeiten. Anders als im College läuft sie beim First Down einfach weiter. Zwischen den Spielzügen läuft die Play Clock: 40 Sekunden, in denen beide Mannschaften den nächsten Zug aufstellen. Diese Planungspausen sind der Grund, warum aus 60 Minuten Spielzeit rund drei Stunden Übertragung werden — und sie sind die Zeit, in der man als Zuschauer mitdenken kann. Steht es nach 60 Minuten gleich, folgt eine Verlängerung (Overtime): in der Hauptrunde zehn Minuten. Reicht das nicht, endet das Spiel unentschieden.
Ein Ballträger wird nach acht Yards mitten im Feld zu Boden gebracht. Was macht die Spieluhr?
Sie läuft weiter
Die Uhr läuft weiter, solange der Ballträger im Feld gestoppt wird — und in der NFL hält auch ein First Down sie nicht an. Deshalb bekommt es ein Team, das in Rückstand liegt, plötzlich eilig und spielt Pässe an den Rand.
Elf Spieler, ein Ball — und der Quarterback entscheidet, wohin er geht.
Die Offense ist die Mannschaft mit dem Ball. Ihr Kopf ist der Quarterback: Er bekommt den Snap und entscheidet, ob er wirft, abgibt oder selbst läuft. Running Backs laufen mit dem Ball. Wide Receiver laufen festgelegte Wege und fangen Pässe, der Tight End tut beides — fangen und blocken. Die Offensive Line, fünf große Spieler mit dem Center in der Mitte, hält die Defense vom Quarterback fern; sie berührt den Ball nie und entscheidet trotzdem die meisten Spielzüge. Anders als die Defense muss sich die Offense streng aufstellen: Sieben Spieler stehen direkt an der Line of Scrimmage, und nur bestimmte von ihnen dürfen einen Pass fangen. Verschieben kann sie deshalb vor allem die vier Spieler dahinter.
Warum sehen die Aufstellungen der Offense von Spielzug zu Spielzug so ähnlich aus?
Weil die Regeln vorschreiben, dass sieben Spieler an der Line of Scrimmage stehen
Die Offense hat feste Formationsvorschriften — sieben Spieler an der Linie, und nur bestimmte Spieler dürfen einen Pass fangen. Ihren Spielraum hat sie bei den vier Spielern dahinter, und genau dort finden die Unterschiede statt.
Die Defense darf sich aufstellen, wie sie will — deshalb sieht sie nie gleich aus.
Die Defense ist die Mannschaft ohne Ball; ihre Aufgabe ist, den Spielzug zu stoppen. Vorne steht die Defensive Line, direkt gegenüber der Offensive Line, und will zum Quarterback durch. Dahinter stehen die Linebacker, die Allrounder gegen Lauf und Pass. Ganz hinten sichern Cornerbacks und Safeties den Raum ab. Was diese beiden tun, hängt vom Spielzug ab: In der Manndeckung bekommt jeder einen Gegenspieler zugeteilt, in der häufigeren Zonendeckung bewacht jeder einen Feldabschnitt und übernimmt jeden, der hineinläuft. Und ein Unterschied, den man sofort sieht: Die Defense hat keinerlei Formationsvorschriften. Sie darf ihre elf Spieler verteilen, wie sie will — deshalb sieht ihre Aufstellung von Spielzug zu Spielzug völlig anders aus als die geordnete Reihe gegenüber.
Ein Cornerback läuft nach dem Snap rückwärts in einen leeren Raum, statt einem Receiver zu folgen. Was tut er da?
Er spielt Zonendeckung und bewacht einen Feldabschnitt
In der Zonendeckung ist nicht ein Gegenspieler die Aufgabe, sondern ein Raum. Er übernimmt jeden, der hineinläuft — deshalb wirkt es kurz so, als würde er niemanden decken.
Der Punt ist keine Aufgabe, sondern eine Rechnung: Ballbesitz gegen rund 40 Yards Raum.
Special Teams sind die dritte Einheit einer Mannschaft: elf eigene Spieler für alle Kicks, mit Kicker, Punter, Long Snapper und Returner. Jede Halbzeit beginnt mit einem Kickoff, davor entscheidet ein Münzwurf, wer wählen darf. Beim heutigen Kickoff stehen rund 20 Spieler bewegungslos in fünf Yards Abstand und dürfen erst los, wenn der Ball unten ist — das ist so gewollt und kein Übertragungsfehler. Landet der Ball in der Endzone, startet der Angriff an der 35-Yard-Linie. Im vierten Versuch hat ein Team dann drei Optionen: Field Goal, den Versuch trotzdem spielen, oder punten. Der Punt ist dabei keine Aufgabe, sondern eine Rechnung. Scheitert der vierte Versuch, bekommt der Gegner den Ball an Ort und Stelle. Der Punt kostet denselben Ballbesitz, schiebt ihn aber rund 40 Yards zurück.
Ein Team steht im vierten Versuch in der eigenen Hälfte, acht Yards fehlen — und es kickt den Ball weg. Warum?
Weil es den Ball ohnehin verlieren würde und den Gegner lieber weiter weg hätte
Ein misslungener vierter Versuch gibt dem Gegner den Ball genau an dieser Stelle. Der Punt gibt denselben Ballbesitz ab, nur rund 40 Yards weiter hinten — das ist Raumgewinn, keine Kapitulation.
Die gelbe Flagge kostet Yards — manchmal auch ein geschenktes First Down.
Eine Strafe (Penalty) wird mit einer gelben Flagge angezeigt, die ein Schiedsrichter aufs Feld wirft. Die häufigste ist der False Start: Ein Spieler der Offense bewegt sich vor dem Snap, der Spielzug wird sofort abgepfiffen, fünf Yards. Offside begeht dagegen die Defense — und der Spielzug läuft weiter. Die Offense hat dann ein Free Play und kann risikolos den langen Pass wagen. Festhalten (Holding) kostet die Offense zehn Yards; bei der Defense sind es nur fünf, dafür gibt es automatisch ein First Down. Bei defensiver Pass Interference gibt es gar keine feste Yardzahl: Der Ball wird an die Foulstelle gelegt, plus First Down. Und eine Penalty kann man ablehnen, wenn das Ergebnis des Spielzugs ohnehin besser war.
Ein Spieler der Defense läuft vor dem Snap über die Linie, die Flagge fliegt — und der Spielzug läuft trotzdem weiter. Warum?
Bei Offside der Defense läuft der Spielzug weiter, die Offense hat ein Free Play
Nur beim False Start der Offense wird sofort abgepfiffen. Bei Offside der Defense läuft der Spielzug weiter, und die Offense darf hinterher wählen: das Ergebnis des Spielzugs oder die fünf Yards.
Zuletzt geprüft: 27. Juli 2026
Die Saison 2026 beginnt am Mittwoch, 9. September 2026 mit dem Eröffnungsspiel New England Patriots bei den Seattle Seahawks — bei uns ist das die Nacht auf Donnerstag, 02:20 Uhr MESZ. Jedes Team spielt 17 Spiele in 18 Wochen. Die Hauptrunde endet am 10. Januar 2027, die Playoffs beginnen am 16. Januar, der Super Bowl LXI steigt am 14. Februar 2027 in Los Angeles.
Die Rechtelage hat sich geändert: RTL und Sky teilen sich die deutschsprachigen NFL-Rechte, zunächst bis einschließlich Saison 2028/29. Das gilt für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein. DAZN zeigt keine Live-Spiele mehr, der NFL Game Pass läuft aber weiterhin darüber.
| Spiel | Zeit in MEZ |
|---|---|
| Sonntag, frühe Spiele | 19:00 Uhr |
| Sonntag, späte Spiele | 22:00 Uhr |
| Sunday Night Football | Nacht auf Montag, 02:20 Uhr |
| Monday Night Football | Nacht auf Dienstag, 02:15 Uhr |
| Thursday Night Football | Nacht auf Freitag, 02:15 Uhr |
Der Grund für die späten Zeiten ist die Zeitverschiebung: Zwischen der US-Ostküste und Mitteleuropa liegen sechs Stunden. Ein Spiel, das in New York um 13:00 Uhr am Sonntagnachmittag beginnt, läuft bei uns um 19:00 Uhr — das ist der beste Termin für den Einstieg. In der Woche zwischen der europäischen Zeitumstellung am 25. Oktober und der amerikanischen am 1. November beginnen alle Spiele eine Stunde früher als sonst.
Am Sonntag, 15. November 2026 spielen die New England Patriots gegen die Detroit Lions in der Allianz Arena in München, Anstoß 15:30 Uhr MEZ. Die Lions sind das Heimteam. Weitere Europaspiele der Saison: Paris am 25. Oktober, Madrid am 8. November und drei Spiele in London im Oktober. Alle laufen am Nachmittag — neben dem 19-Uhr-Fenster am Sonntag der bequemste Einstieg.
Nimm einen Sonntag um 19:00 Uhr. Ein Spiel, nicht die Konferenz — die springt zwischen den Partien hin und her, und das ist beim ersten Mal ein Spiel zu viel. Und such dir ein Team aus, bevor es losgeht. Es folgt sich deutlich leichter, wenn man weiß, für wen man ist.