Baker Mayfield verlängert für 165 Millionen – 65 Prozent mehr Gehalt nach seiner schwächsten Saison in Tampa
Einen Tag vor dem Saisonstart haben die Tampa Bay Buccaneers ihre größte offene Frage beantwortet: Baker Mayfield verlängert über drei Jahre und 165 Millionen Dollar. Das sind 55 Millionen pro Jahr – 65 Prozent mehr als bisher, und der größte Vertrag der Vereinsgeschichte. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Im Juni ließen die Bucs ihn noch bewusst zappeln.
Die Tampa Bay Buccaneers und Baker Mayfield haben sich auf eine Verlängerung geeinigt: drei Jahre, 165 Millionen Dollar, 55 Millionen pro Jahr. Der Vertrag läuft bis einschließlich der Saison 2029 – Mayfield ist dann 34. Gemeldet haben es am 8. September übereinstimmend Adam Schefter (ESPN) sowie Ian Rapoport und Mike Garafolo (NFL Network); die Buccaneers haben es über ihre eigenen Kanäle bestätigt.
An neuen Garantien stehen laut Pro Football Rumors 110 Millionen Dollar im Vertrag, dazu die bereits für 2026 zugesicherten 40 Millionen – zusammen 150 Millionen garantiert. Diese Aufteilung nennt bislang nur eine Quelle; wir tragen sie nach, sobald sie mehrfach belegt ist.
Was sich für ihn ändert
| Bisher (seit 2024) | Neu | |
|---|---|---|
| Laufzeit | 3 Jahre | 3 Jahre, bis 2029 |
| Volumen | 100 Mio. | 165 Mio. |
| Pro Jahr | 33,33 Mio. | 55 Mio. |
| Rang unter den Startern | Platz 16 | gleichauf mit der Spitzengruppe |
👉 Das ist ein Sprung um 65 Prozent. Mayfield lag mit 33,33 Millionen auf Platz 16 der Starting-Quarterbacks – hinter Sam Darnold, der 33,5 Millionen verdient. Mit 55 Millionen liegt er jetzt auf einer Höhe mit Joe Burrow, Josh Allen, Jordan Love, Trevor Lawrence und Matthew Stafford. Über ihm steht unter anderem Dak Prescott, der bei den Cowboys 240 Millionen über vier Jahre bekommt, also 60 Millionen im Jahr.
Es ist der größte Vertrag, den die Buccaneers je vergeben haben.
Wir haben im Juni geschrieben, dass Tampa pokert. Hier ist das Ergebnis.
Am 25. Juni stand an dieser Stelle: Baker Mayfield ohne neuen Deal – Bucs-Verhandlungen stocken weiter. Mayfield sagte damals, die Gespräche seien „not anywhere close to what we were thinking“. Sein Berater Tom Mills setzte den Trainingslagerbeginn als inoffizielle Frist. GM Jason Licht betonte, es gebe keinen Zeitplan.
In der Liga wurde vermutet, Tampa setze bewusst auf einen „angry Baker“ – einen Quarterback im letzten Vertragsjahr, der sich seinen Deal auf dem Feld verdienen soll.
Dieser Plan hat nicht bis zum ersten Spieltag gehalten. Die Bucs haben gezahlt, bevor ein einziger Ball geworfen war.
Interessant ist, wie nah die Prognosen lagen. Spotrac-Analyst Michael Ginnitti erwartete im Juni ein Angebot von rund 155 Millionen über drei Jahre. Geworden sind es 165 – Mayfield hat also zehn Millionen mehr geholt, als der Markt ihm zutraute. Die 60 Millionen pro Jahr, die ein anonymer Berater gegenüber Albert Breer als Forderung ins Spiel brachte, hat er dagegen nicht erreicht.
Die Zahlen, die dagegen sprachen
Das Bemerkenswerte an diesem Vertrag ist, dass er nach Mayfields schwächstem Jahr in Tampa kommt.
| Saison | Yards | TD | INT |
|---|---|---|---|
| 2023 | 4.044 | 28 | 10 |
| 2024 | 4.500 | 41 | 16 |
| 2025 | 3.693 | 26 | 11 |
Drei Jahre in Tampa ergeben 12.237 Yards, 95 Touchdowns und 37 Interceptions, dazu zwei Pro-Bowl-Nominierungen (2023 und 2024) und zwei Divisionstitel. 2025 aber blieb er unter allen eigenen Vorjahreswerten: Sein Passer-Rating von 90,6 war der schlechteste Wert seiner drei Jahre als Bucs-Starter, nach einer Zerrung im linken Schultereckgelenk in Woche 12 warf er in den letzten sieben Spielen acht Interceptions bei neun Touchdowns. Tampa beendete die Saison mit 8-9 und verpasste die Playoffs. In der von Spielern gewählten NFL Top 100 fiel er von Rang 50 auf Rang 77.
Ein Argument hatte er trotzdem, und es ist für einen Quarterback keines von der schwachen Sorte: In drei Jahren in Tampa hat er kein einziges Spiel verpasst.
Warum er das Geld trotzdem bekommt
Nicht die vergangene Saison hat diesen Vertrag gemacht, sondern der Markt und der Kalender.
Der Markt: Der Salary Cap liegt 2026 bei 301,2 Millionen Dollar. Als Trevor Lawrence und Jordan Love ihre Verträge unterschrieben, waren es 255,4 Millionen. Dieselbe Leistung ist heute schlicht mehr Cap-Prozente wert. Was garantiertes Geld von der Gesamtsumme unterscheidet, steht in unserer Erklärung zur Salary Cap.
Der Kalender: Ohne Einigung hätte Tampa 2027 den Franchise Tag ziehen müssen – für einen Quarterback rund 51 Millionen Dollar auf ein Jahr, ohne jede Planungssicherheit. Und ein Mayfield, der im März auf den Markt gekommen wäre, hätte in einer Liga mit wenigen brauchbaren Quarterbacks eine Auktion ausgelöst.
👉 So gesehen ist der Vertrag weniger eine Belohnung als eine Absicherung. Die Buccaneers kaufen sich Ruhe auf der wichtigsten Position – und akzeptieren dafür einen Preis, den sie im Juni noch nicht zahlen wollten.
Was das für den Saisonauftakt heißt
Tampa Bay startet am Sonntag, 13. September, um 19:00 Uhr deutscher und österreichischer Zeit gegen die Cincinnati Bengals. Welcher Sender welches Sonntagsspiel zeigt, steht in unserer TV-Übersicht für diese Woche.
Head Coach ist weiterhin Todd Bowles. Im Juni war er der zweite Name, der bei einer schlechten Saison zur Disposition gestanden hätte. Mit einem Quarterback, der bis 2029 gebunden ist, verschiebt sich diese Frage – sie verschwindet aber nicht.
Die vollständige Aufstellung der Buccaneers steht in unserer Depth Chart.
Was jetzt zu beobachten ist
Erstens: die Garantiestruktur. 110 Millionen neue Garantien sind gemeldet, ihre Verteilung über die Jahre nicht. Erst sie zeigt, ab wann Tampa sich ohne großen Schaden wieder trennen könnte. Wir tragen es nach, sobald es belegt ist.
Zweitens: die Cap-Wirkung 2026. Ein neuer Vertrag kann die Belastung im ersten Jahr senken statt erhöhen – je nachdem, wie viel als Signing Bonus gezahlt und damit über die Laufzeit gestreckt wird. Ob Tampa dadurch kurzfristig Luft für Verstärkungen gewinnt, ist noch offen.
Drittens: die Leistung. 55 Millionen im Jahr sind eine Erwartung, kein Dankeschön. Nach einer 8-9-Saison ohne Playoffs ist die Messlatte klar, und sie liegt höher als das, was 2025 auf dem Feld zu sehen war.
Für die Fantasy-Bewertung ändert der Vertrag direkt nichts – Punkte gibt es für Yards und Touchdowns, nicht für Dollar. Indirekt schon: Ein Quarterback, der bis 2029 gebunden ist, wird bei einem schwachen Start nicht auf die Bank gesetzt, um einen Ersatzmann zu testen. Diese Sicherheit ist in Superflex- und Zwei-QB-Ligen bares Geld wert. Bei den Zahlen bleibt Mayfield allerdings ein QB2 mit QB1-Wochen: 2024 waren es 41 Touchdowns, 2025 nur noch 26 bei 3.693 Yards – der schwächste seiner drei Bucs-Jahre. Wer ihn als alleinigen Starter zieht, kauft die 2024er Fassung und bekommt vielleicht die 2025er. Als zweiter Quarterback mit gutem Spielplan ist er dagegen ein solider Griff, zumal er in drei Jahren in Tampa kein Spiel verpasst hat – Verfügbarkeit ist auf dieser Position die halbe Miete. Zum Auftakt gegen Cincinnati ist er startbar, aber kein Selbstläufer.
- Der Vertrag ist der größte in der Geschichte der Tampa Bay Buccaneers.
- Mayfield ist seit dem 14. April 31 Jahre alt; bei Vertragsende 2029 ist er 34.
- Die 55 Millionen pro Jahr sind ein Sprung von 65 Prozent gegenüber den bisherigen 33,33 Millionen.