Baker Mayfield ohne neuen Deal: Bucs-Verhandlungen stocken weiter

Seit Anfang Juni stehen die Gespräche zwischen Baker Mayfield und den Tampa Bay Buccaneers still – und der Quarterback hat eine klare Frist gesetzt: Trainingslager-Beginn am 30. Juli. Dieser Artikel führt den Vorgang fort und wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert.

Aktualisiert am 10. August 2026: In der Zwischenzeit ist ein Nebenschauplatz dazugekommen, der die abwartende Haltung der Buccaneers stützt – Mayfields Absturz in der von den Spielern gewählten NFL Top 100. Die Einzelheiten stehen am Ende dieses Artikels. An der Vertragslage selbst hat sich nichts geändert.

Beim ersten öffentlichen Auftritt dieser Offseason ließ Baker Mayfield keine Zweideutigkeit zu: Die Vertragsverhandlungen mit den Buccaneers seien „not anywhere close to what we were thinking". NFL-Network-Insider Tom Pelissero bestätigte Ende Juni, dass sich daran bis dato nichts geändert hat. Mayfield und sein Agent Tom Mills haben den Druck erhöht und das Trainingslager-Datum 28. Juli als inoffizielle Deadline definiert. GM Jason Licht hatte zwar stets betont, es gebe keinen festen Zeitplan – doch die Uhr tickt nun aus dem Lager des Spielers heraus.

Das Kernproblem ist ein erhebliches Gehaltsgefälle. Mayfields aktueller Dreijahresvertrag über 100 Millionen Dollar bringt ihm 33,33 Millionen Dollar pro Jahr ein – Platz 16 unter den Starting-Quarterbacks der Liga. Zum Vergleich: Sam Darnold, der in der abgelaufenen Saison den Super Bowl gewann, verdient mit 33,5 Millionen Dollar mehr als Mayfield. Laut einem anonymen Agenten gegenüber Albert Breer sollte Mayfield rund 60 Millionen Dollar pro Jahr fordern – eine Summe, die ihn auf das Niveau von Dak Prescott heben würde, der mit 31 Jahren – Mayfields aktuellem Alter – einen Vierjahresvertrag über 240 Millionen Dollar unterzeichnet hatte. Spotrac-Analyst Michael Ginnitti erwartet ein Extension-Angebot der Buccaneers von rund 155 Millionen Dollar über drei Jahre, obwohl Mayfields kalkulierter Marktwert bei bis zu 215 Millionen Dollar über vier Jahre liegen könnte.

Ein weiterer Knackpunkt in den Verhandlungen soll laut der Tampa Bay Times Mayfields Gesundheit sein. Der Quarterback reagierte darauf trotzig und verwies auf seine Verfügbarkeit: In drei Jahren in Tampa Bay habe er kein einziges Spiel verpasst. Dennoch erlitt er in der Saison 2025 eine AC-Gelenk-Zerrung an der linken Schulter in Woche 12 gegen die Rams. In den letzten sieben Spielen der Saison warf er acht Interceptions bei nur neun Touchdowns – Tampa Bay beendete die Spielzeit mit einer 8-9-Bilanz und verpasste die Playoffs.

GM Licht betont öffentlich die Wertschätzung für seinen Quarterback: „Er ist an einem sehr guten Ort. Er will einfach gewinnen, er ist ein echter Profi – er wird hier alles geben, egal was passiert." Eine Einigung wäre der größte Vertrag in der Geschichte der Franchise. Kommt sie nicht zustande, stehen die Buccaneers vor einem teuren Dilemma: Ein Franchise Tag 2027 für einen Quarterback dürfte bei rund 51 Millionen Dollar liegen – mehr Cap-Belastung als eine langfristige Extension, ohne jede Planungssicherheit. Läuft die Saison 2026 schlecht, könnten sowohl Mayfield als auch Head Coach Todd Bowles ihren Job verlieren.

Der Top-100-Absturz und was er für die Verhandlung bedeutet

In der von den Spielern selbst gewählten NFL Top 100 fiel Mayfield in der Aktualisierung vom 8. Juli 2026 auf Rang 77 – ein Absturz um 27 Positionen gegenüber Platz 50 im Vorjahr. Als Hauptgrund gilt sein schwaches Saisonende 2025: Nach der Schulterverletzung in Woche 12 ließ seine Leistung spürbar nach, sein Passer-Rating von 90,6 war der niedrigste Wert in seinen drei Jahren als Bucs-Starter.

Für Tampa Bay ist dieser Rückgang ein weiteres Argument, abzuwarten. Manche in der Liga vermuten, die Bucs könnten bewusst auf einen „angry Baker" setzen – einen Spieler im Vertragsjahr, der sich seinen nächsten Deal auf dem Feld verdient. Analyst Mike Florio warnte allerdings: Sollte Mayfield 2027 auf den Markt kommen, könnte er aus Trotz sogar ein niedrigeres Angebot eines anderen Teams annehmen. Ein Restrisiko, das Tampa mit seiner Hinhaltetaktik bewusst eingeht.

Fantasy-Take

Mayfields Fantasy-Wert für 2026 bleibt ambivalent: Die schwache Schlussphase der Vorsaison (8 INTs in den letzten 7 Spielen) und die verpassten Playoffs drücken sein Ceiling, während die Vertragsposse keine direkte Auswirkung auf seine Verfügbarkeit im Trainingslager hat – solange er keinen Holdout erklärt. Im Redraft ist er derzeit ein Mid-Tier-QB2, dessen Entwicklung stark vom Saisonstart abhängt.