Zay Flowers verlängert bei den Ravens: vier Jahre, 140 Millionen Dollar
Vier Jahre, 140 Millionen Dollar, 108 Millionen garantiert: Zay Flowers ist mit 35 Millionen im Jahr der zweitbestbezahlte Receiver der NFL.
Zay Flowers und die Baltimore Ravens haben sich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt: vier Jahre, 140 Millionen Dollar, davon 108 Millionen garantiert. Gemeldet hat es am Dienstag Adam Schefter (ESPN); die Ravens haben die Einigung anschließend selbst bestätigt.
Mit 35 Millionen Dollar Jahresdurchschnitt zieht Flowers mit Justin Jefferson gleich und ist damit der zweitbestbezahlte Wide Receiver der Liga. Über ihm steht nur Ja'Marr Chase mit gut 40 Millionen, dahinter folgen CeeDee Lamb mit 34 und DK Metcalf mit rund 33 Millionen.
Der neue Vertrag ersetzt etwas, das schon bestand: Baltimore hatte im April die Option auf ein fünftes Vertragsjahr für 2027 gezogen. Hier lohnt eine Erklärung für Leser außerhalb der USA, weil dieser Mechanismus im europäischen Sport keine Entsprechung hat. Wer in der ersten Runde gedraftet wird, unterschreibt einen Rookievertrag über vier Jahre. Das Team darf danach einseitig ein fünftes Jahr anhängen — der Spieler hat dabei kein Mitspracherecht, das Gehalt ergibt sich aus einer festen Formel. Genau das hatten die Ravens getan.
Warum verlängert man trotzdem? Weil die Option nur ein einziges Jahr kauft und danach die Freiheit droht. Ein langer Vertrag bindet den Spieler über das Optionsjahr hinaus, macht die Kosten planbar und verteilt sie über mehrere Saisons. Für den Spieler steht dem eine garantierte Summe gegenüber — hier 108 der 140 Millionen, also fast drei Viertel. Das ist der eigentliche Wert des Abschlusses, denn NFL-Verträge sind anders als im europäischen Fußball grundsätzlich nicht garantiert.
Sportlich ist der Abschluss unstrittig. Flowers kam 2025 auf persönliche Bestwerte von 86 Fängen und 1.211 Yards — die zweite 1.000-Yard-Saison in Folge. In Baltimore stehen für ihn 16 Touchdowns zu Buche, 14 nach Fängen und zwei erlaufen. In den vergangenen beiden Jahren stand er jeweils im Pro Bowl. Gedraftet wurde er 2023 an Position 22.
Die Zahl, die den Vertrag am besten erklärt, ist aber eine andere: Flowers führt die Ravens seit seinem ersten Jahr in jeder Saison bei Fängen und Yards an — und hatte zuletzt 38 Fänge mehr als Tight End Mark Andrews, der zweitbeste Passempfänger des Teams. In einer Offense, die um die Laufstärke von Lamar Jackson herum gebaut ist, gibt es also nicht viele Pässe zu verteilen — und Flowers bekommt davon den mit Abstand größten Teil. Baltimore bezahlt nicht einen von mehreren Receivern, sondern praktisch das gesamte Passspiel.
In unseren Depth Charts (Stand 4. August, 12:00 UTC) führt Flowers das Receiver-Korps der Ravens unverändert an, vor Rashod Bateman und Devontez Walker.
Kein Grund, die Bewertung zu ändern — und das ist die ehrliche Antwort. Flowers war schon vor dem Vertrag der klare WR1 in Baltimore, er bleibt es danach. Ein Abschluss verändert keine Aufstellung und keine Targets. Wer daraus etwas ableiten will, kann höchstens das: Ein Verein, der fast drei Viertel von 140 Millionen garantiert, plant nicht mit einer kleineren Rolle. Das Risiko in Baltimore lag nie bei Flowers' Stellung, sondern beim Gesamtvolumen — in einer Offense mit einem laufstarken Quarterback gibt es schlicht weniger Pässe zu verteilen als anderswo. Daran ändert der Vertrag nichts.