Lamar Jackson: Ravens-Verlängerung wohl erst 2027 – warum das kein Alarmsignal ist
Die ganze Offseason keine Bewegung bei Lamar Jacksons Vertrag – und prompt blühen die Spekulationen. Mehrere Insider gehen inzwischen davon aus: Die Verlängerung kommt erst 2027. Panik ist trotzdem fehl am Platz.
Lamar Jackson steht bis einschließlich 2027 unter Vertrag und hat im Mai selbst gesagt, dass er langfristig in Baltimore bleiben will. Trotzdem gab es die gesamte Offseason über keinerlei öffentlich sichtbaren Fortschritt bei einer Verlängerung. Das befeuert die Gerüchteküche – zumal die letzten Vertragsverhandlungen 2023 alles andere als harmonisch liefen und Jackson und die Ravens laut Berichten in Teilen der Saison 2025 nicht auf einer Wellenlänge waren.
Jeff Zrebiec von The Athletic ordnet das Schweigen anders ein: Jacksons Umfeld gebe grundsätzlich nichts an Medien weiter, und die Franchise halte sich aus Respekt vor ihrem Gesicht ebenso bedeckt. Es gebe ein „grundsätzliches Verständnis“ zwischen Spieler und Team über das Timing – die Ravens seien bereit, sobald Jackson bereit ist. Owner Steve Bisciotti habe unmissverständlich klargemacht, dass man verlängern wolle. Kein Deal ist in dieser Lesart kein Vorbote einer Trennung, sondern schlicht: noch nicht dran.
Warum 2027 der wahrscheinlichere Zeitpunkt ist
Ian Rapoport (NFL Network) hatte schon Ende Mai auf 2027 getippt, und die Logik ist nachvollziehbar. Erstens: Teams restrukturieren einen Vertrag selten und verlängern denselben Spieler in derselben Offseason – die Ravens haben Jacksons Deal im März maximal restrukturiert, um Cap-Raum zu schaffen. Zweitens: Jackson verdient 2026 ohnehin über 50 Millionen Dollar, der Druck auf seiner Seite ist also gering. Drittens: Seine Saison 2025 war von Verletzungen und – an seinen Maßstäben – schwacher Leistung geprägt. Ein starkes 2026 würde seine Verhandlungsposition spürbar verbessern.
Die Zahlen dahinter
Durch die Restrukturierung steht für 2027 ein Cap-Hit von 84,34 Millionen Dollar in den Büchern – eine Zahl, die Baltimore ohnehin adressieren muss. Ein Release oder Trade vor dem 1. Juni würde nur rund 9,5 Millionen Dollar einsparen, bei 74,81 Millionen Dollar Dead Money. Nach dem 1. Juni wären es rund 52 Millionen Dollar Ersparnis. Realistisch ist beides nur, wenn Jackson 2026 komplett einbricht oder das Verhältnis kippt. Alles andere spricht für eine neue Einigung im kommenden Frühjahr.
Für die Saison 2026 ändert das faktisch nichts – Jackson ist und bleibt ein Top-3-Fantasy-QB mit Rushing-Floor, den man in Superflex-Ligen weit oben zieht. Eher ein Argument für ihn: Ein Spieler, der sich in ein Vertragsjahr hineinspielen will, hat selten weniger Motivation. Relevant wird die Vertragsfrage erst für Dynasty-Ligen – dort lohnt es sich, die Entwicklung im Winter im Auge zu behalten.