Bijan Robinson und Jahmyr Gibbs verweigern das Training: Zwei Top-Running-Backs wollen neue Verträge

Bijan Robinson und Jahmyr Gibbs standen am Mittwoch beim Trainingscamp auf dem Platz – mitgemacht haben sie nicht. Beide fordern neue Verträge, beide hängen noch zwei Jahre in ihrem Rookiedeal fest.

Zwei der besten Running Backs der NFL haben am Mittwoch, 29. Juli 2026, das Training verweigert. Bijan Robinson bei den Atlanta Falcons und Jahmyr Gibbs bei den Detroit Lions waren beide im Camp anwesend, nahmen an den Übungen aber nicht teil. In beiden Fällen geht es um dasselbe: einen neuen Vertrag.

Der Fachbegriff dafür lautet Hold-in, und der Unterschied zum bekannteren Holdout ist für die Spieler bares Geld wert. Wer dem Camp fernbleibt, zahlt pro Tag Geldstrafe. Wer anwesend ist und nur nicht mitmacht, entzieht dem Team seine Leistung, ohne selbst dafür zu bezahlen. Genau das tun Robinson und Gibbs.

Beide wurden 2023 in der ersten Runde gedraftet, bei beiden haben die Teams im Frühjahr 2026 die Fifth-Year-Option gezogen. Damit sind sie noch zwei Saisons gebunden und können frühestens 2028 Free Agent werden. Robinson soll 2027 rund 11,32 Millionen Dollar verdienen, Gibbs 14,29 Millionen – der Unterschied kommt daher, dass die Option für mehrfache Pro-Bowl-Teilnehmer teurer ausfällt. Gemessen am Gesamtgehalt stehen die beiden derzeit trotzdem nur auf Rang 27 und 31 unter den Running Backs der Liga.

Sportlich ist der Abstand ein anderer. Robinson kam 2025 auf 287 Läufe für 1.478 Yards und sieben Touchdowns und führte die Liga mit 2.298 All-Purpose-Yards an. Gibbs stand bei 243 Läufen für 1.223 Yards und 13 Touchdowns und wurde in allen drei Profijahren in den Pro Bowl gewählt.

Aus Detroit kommen bislang nur vorsichtige Töne. Head Coach Dan Campbell sagte, beide Seiten arbeiteten an etwas: „This will kind of continue. It'll come as it comes.“ Aus Atlanta heißt es, in den Gesprächen blieben einige Abstände.

Zum Einordnen der Forderung: Der teuerste Running-Back-Vertrag der Liga gehört derzeit De'Von Achane mit 64 Millionen Dollar Gesamtvolumen. Nach Jahresdurchschnitt führt Saquon Barkley mit 20,6 Millionen vor Christian McCaffrey mit 19 und Derrick Henry mit 15 Millionen. Robinson und Gibbs zielen erkennbar darauf, diese Marke zu überschreiten.

Dass ausgerechnet Running Backs härter um Verträge kämpfen als andere Positionen, hat einen nüchternen Grund: Auf keiner Position ist die Karriere so kurz. Wer mit rund 300 Ballkontakten pro Saison unterwegs ist, hat sein Leistungshoch meist mit Mitte zwanzig hinter sich. Ein Rookievertrag über vier Jahre plus Fifth-Year-Option deckt genau diese Jahre ab – der große Vertrag kommt danach oft zu spät. Beide Spieler sind jetzt an dem Punkt, an dem sich das entscheidet.

Wie lange der Zustand anhält, ist offen. Solange keiner der beiden Verträge unterschrieben ist, bleibt es beim täglichen Blick auf den Trainingsplatz.

Fantasy-Take

Der wichtigste Fantasy-Vorgang der Woche, und zwar wegen des Zeitpunkts: Wir sind mitten in der Draft-Saison. Beide sind gesund, beide bleiben Erstrunden-Picks in jedem Format. Aber wer im August draftet, sollte wissen, ob sein Running Back die Vorbereitung mitgemacht hat. Ein Spieler, der erst kurz vor Saisonstart einsteigt, kommt langsamer in Fahrt – und im schlimmsten Fall verpasst er Spiele. Gibbs ist dabei der etwas heißlere Fall: Er teilt sich die Snaps in Detroit ohnehin mit David Montgomery, während Robinson in Atlanta praktisch alle Ballkontakte auf sich zieht. Beobachten, nicht abwerten.