Bijan Robinson wird teuerster Running Back der NFL: drei Jahre, bis zu 75 Millionen
Drei Jahre, bis zu 75 Millionen Dollar, 51 Millionen garantiert: Bijan Robinson ist der bestbezahlte Running Back der NFL-Geschichte. Sein Hold-in ist beendet.
Bijan Robinson und die Atlanta Falcons haben sich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt: drei Jahre, ein Gesamtvolumen von bis zu 75 Millionen Dollar, davon 51 Millionen garantiert. Gemeldet haben es am Dienstag Ian Rapoport (NFL Network) und Adam Schefter (ESPN), UPI beziffert den Unterschriftsbonus zusätzlich auf 37 Millionen Dollar. Mit rund 25 Millionen Dollar pro Jahr ist Robinson damit der bestbezahlte Running Back der NFL-Geschichte.
Der bisherige Spitzenwert lag bei 20,6 Millionen Dollar im Jahr, gehalten von Saquon Barkley. Robinson hebt die Marke also um gut ein Fünftel an — und das auf einer Position, die die Liga jahrelang bewusst nicht bezahlt hat.
Damit endet auch sein Hold-in. Robinson war im Trainingscamp anwesend, hatte aber nicht voll mittrainiert, solange der Vertrag offen war. Er stand im letzten Jahr seines Rookievertrags; die Falcons hatten im April 2026 zusätzlich die Option auf ein fünftes Jahr gezogen.
Die sportliche Grundlage ist unstrittig. 2025 führte Robinson die Liga mit 2.298 Yards aus Läufen und Fängen an, dazu elf Touchdowns bei 366 Ballkontakten in 17 Starts. Er wurde erstmals ins First-Team All-Pro gewählt, stand zum zweiten Mal in Folge im Pro Bowl und landete in der Wahl zum Offensivspieler des Jahres auf Rang vier. Über drei Saisons stehen 3.910 Yards und 25 Touchdowns aus 805 Läufen zu Buche, dazu 198 Fänge für 1.738 Yards und neun weitere Touchdowns. Bei den erzwungenen verpassten Tackles im Laufspiel war er 2025 mit 87 Liga-Erster.
An dieser Stelle lohnt eine Einordnung für Leser außerhalb der USA, weil die Zahl in der Schlagzeile fast nie die Zahl ist, die am Ende fließt: NFL-Verträge sind — anders als im europäischen Fußball — grundsätzlich nicht garantiert. Ein Verein kann einen Spieler in aller Regel entlassen und schuldet ihm danach nur noch das, was vertraglich abgesichert ist. Deshalb ist bei jedem NFL-Vertrag die garantierte Summe die eigentliche Nachricht, nicht das Gesamtvolumen. Bei Robinson sind das 51 der 75 Millionen, also gut zwei Drittel — plus 37 Millionen Unterschriftsbonus, der sofort fließt. Die restlichen 24 Millionen sind eine Absichtserklärung, kein Anspruch.
Besonders bei Running Backs ist das relevant. Es ist die Position mit der kürzesten Karrieredauer und dem höchsten Verschleiß, und genau deshalb war sie über Jahre der große Verlierer am Vertragsmarkt: Vereine argumentierten, man könne jeden Läufer im Draft günstig ersetzen. Robinsons Abschluss ist der bisher deutlichste Beleg dafür, dass diese Rechnung bei den ganz wenigen Ausnahmespielern nicht mehr aufgeht.
Der nächste Fall liegt bereits auf dem Tisch. Jahmyr Gibbs verweigert bei den Detroit Lions aus demselben Grund das volle Training — am Dienstag verpasste er die sechste Einheit in Folge. Er verdient in dieser Saison 3,183 Millionen Dollar an Grundgehalt und Boni und hat noch zwei Jahre Rookievertrag vor sich. Nach Robinsons Abschluss steht die Zahl, an der sich Detroit messen lassen muss, öffentlich im Raum. Gibbs selbst sagte auf die Frage, wann sein Hold-in ende, nur: „only time will tell.“
In unseren Depth Charts (Stand 4. August, 12:00 UTC) steht Robinson unverändert als Running Back Nummer eins in Atlanta, vor Brian Robinson Jr. und Tyler Goodson. In Detroit führt Gibbs die Liste vor Isiah Pacheco an — der ist der Spieler, dessen Wert steigt, falls sich dort noch etwas hinzieht.
Klare Entwarnung für alle, die Robinson früh draften wollten: Das Vertragsthema ist vom Tisch, er trainiert wieder voll, und es gibt keinen Grund mehr, ihn im Draft abzuwerten. Der interessantere Fall ist jetzt Gibbs. Solange sein Hold-in läuft, ist er das größere Draft-Risiko der beiden — und Isiah Pacheco der naheliegende Profiteur, falls sich Detroit Zeit lässt. Ein Hold-in im August kostet erfahrungsgemäß keine Pflichtspiele; teuer wird es erst, wenn er sich in die Vorbereitung hineinzieht.