Peter Skoronski wird bestbezahlter Guard der NFL: vier Jahre, 100 Millionen bei den Titans
Vier Jahre, 100 Millionen Dollar, davon 88 garantiert. Tennessee macht seinen Left Guard zum bestbezahlten der Liga – und schützt damit Cam Ward.
Die Tennessee Titans und Guard Peter Skoronski haben sich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt: vier Jahre, 100 Millionen Dollar, davon 88 Millionen garantiert. Das entspricht 25 Millionen pro Jahr und macht ihn zum bestbezahlten Guard der NFL. Die Zahlen stammen von NFL-Network-Insider Ian Rapoport; der Verein bestätigte den Abschluss am Freitag, nannte aber wie üblich keine Beträge.
Abgelöst wird damit eine Bestmarke, die erst sechs Tage alt war: Am 1. August hatten die Atlanta Falcons mit Matthew Bergeron über vier Jahre und 96 Millionen Dollar verlängert. Skoronski liegt nun eine Million pro Jahr darüber.
Die eigentliche Zahl: 88 von 100 Millionen
Bemerkenswert ist weniger die Gesamtsumme als das Verhältnis. 88 Prozent des Volumens sind garantiert. Zum Vergleich, beides aus derselben Woche: Bei O'Cyrus Torrence in Buffalo sind es 46 von 78,4 Millionen und damit knapp 59 Prozent, beim Rekordvertrag von Darnell Wright in Chicago 93 von 116 Millionen, rund 80 Prozent.
Der Unterschied ist keine Spitzfindigkeit. NFL-Verträge sind anders als Arbeitsverträge im europäischen Sport in der Regel nicht vollständig garantiert: Ein Team kann einen Spieler entlassen und schuldet ihm dann nur den abgesicherten Anteil. Die Schlagzeilenzahl sagt deshalb wenig darüber aus, was tatsächlich fließt. Tennessee legt sich hier ungewöhnlich weit fest.
Warum Tennessee so viel für einen Guard zahlt
Die Antwort heißt Cam Ward. Tennessee hat den Quarterback 2025 als ersten Spieler des gesamten Drafts geholt, und der komplette Aufbau des Vereins hängt daran, dass er gesund bleibt. Skoronski spielt Left Guard, also im Zentrum der Pass-Protection – dort, wo ein durchgebrochener Verteidiger den kürzesten Weg zum Quarterback hat.
Dazu kommt der Zeitpunkt, und auch der hat einen nüchternen Grund. Die Titans hatten Skoronskis Fünftjahresoption bereits früher in diesem Jahr gezogen; er wäre also ohnehin gebunden gewesen und erst über ein Jahr später auf den Markt gekommen. Verlängert wird trotzdem jetzt, weil Ward seinen Rookievertrag abarbeitet und der Verein deshalb Platz unter der Gehaltsobergrenze hat. Dieses Fenster schließt sich in dem Moment, in dem der Quarterback selbst verlängert.
Ein Spieler, der nie fehlt
Auf dieser Position ist Verfügbarkeit fast wertvoller als jede Einzelleistung. In der Saison 2025 stand Skoronski in allen 17 Spielen als Starter auf dem Feld und war der einzige Titans-Spieler, der keinen einzigen Offensiv-Snap verpasste. In drei Profijahren kommt er auf 48 Starts, 47 davon ohne Unterbrechung – zum Saisonende die längste laufende Serie im Kader. Kein Spieler der Titans hat seit 1999 vor seinem 25. Geburtstag mehr Spiele begonnen. An der Northwestern University absolvierte er zuvor 33 Partien, ohne eine auszulassen.
Sportlich trägt der Vertrag ebenfalls: Pro Football Focus führte ihn für 2025 als sechstbesten Guard der Liga. Bemerkenswert daran ist der Weg dorthin – Tennessee hatte ihn 2023 an elfter Stelle als Tackle gedraftet und nach innen versetzt. Diese Umstellung geht selten so glatt auf.
Damit ist es der vierte große Abschluss für einen Offensive Lineman binnen einer Woche, nach Bergeron am 1. August, Wright am 5. August und Torrence am selben Freitag. Der Markt für die Männer in der ersten Reihe ist in diesem Sommer neu vermessen worden, und zwar nach oben. General Manager Mike Borgonzi sagte, man sei „überglücklich“, Skoronski in Nashville zu halten.
Für Fantasy-Ligen hat die Meldung keinen direkten Wert: Offensive Linemen punkten weder in Standard- noch in PPR-Ligen, und die allermeisten IDP-Formate führen sie ebenfalls nicht. Der Nutzen liegt indirekt. Wer über Cam Ward nachdenkt, kann die Verlängerung als Argument für Verfügbarkeit lesen – ein Quarterback, der sauber steht, verliert weniger Spielzeit, und bei einem jungen Spielmacher ist genau das der größte Unsicherheitsfaktor. Fürs Laufspiel der Titans gilt dasselbe in abgeschwächter Form: Die Innenbahn bleibt besetzt und die Line zusammen. Das macht aus keinem Running Back einen sicheren Startplatz, nimmt der Wette aber etwas Risiko.
- Vierter großer Offensive-Line-Abschluss binnen einer Woche: Bergeron (1.8.), Wright (5.8.), Torrence und Skoronski (7.8.).
- Garantiequote von 88 Prozent – deutlich über Wright (80) und Torrence (59). Zu Bergerons Garantiesumme liegen keine belastbaren Angaben vor.