Malik Davis verletzt: Demercado rückt bei den Cowboys nach
Hüft-OP am Samstag, danach Injured Reserve: Malik Davis fällt bei den Dallas Cowboys länger aus – und Emari Demercado erbt die Rolle hinter Javonte Williams. Ein Spieler, der in drei Jahren in Arizona auf 819 Rushing Yards kam, steht damit plötzlich als Nummer zwei eines NFL-Backfields da. An Williams als Nummer eins ändert das nichts.
Es traf ihn im Training am Freitag, zwei Tage vor dem Saisonauftakt. Malik Davis wurde mit einer Hüftverletzung vom Feld gekarrt, am Samstag wird er operiert, danach geht er auf die Injured Reserve. Das berichtet Todd Archer für ESPN unter Berufung auf eine Quelle.
Cowboys-Vizepräsident Stephen Jones sagte bei 105.3 The Fan in Dallas, es handle sich um eine „recht ernste Verletzung, die ihn für eine gewisse Zeit außer Gefecht setzen könnte“. Eine Dauer nannte er nicht – und wir nennen auch keine.
Für das Spiel bei den New York Giants war Davis schon vorher gestrichen worden. Aus deutschsprachiger Sicht fällt die Partie auf Montag, 02:20 Uhr.
Was das für das Backfield heißt
An der Spitze ändert sich nichts: Javonte Williams ist und bleibt die klare Nummer eins.
Dahinter ist die Reihe innerhalb weniger Wochen dünn geworden. Davis hatte sich den Platz als Nummer zwei im Trainingslager erarbeitet – die Cowboys belasteten ihn dort zunächst bewusst mit wenigen Läufen, um sich die Zweitjahresprofis Jaydon Blue und Phil Mafah anzusehen.
In zwei Vorbereitungsspielen kam Davis auf 68 Yards aus 12 Läufen und fing einen Pass zum Touchdown aus acht Yards.
Blue steht inzwischen im Trainingskader der Philadelphia Eagles, Mafah ist ohne Verein. Hinter Williams bleiben damit: Emari Demercado, Fullback Hunter Luepke – und Israel Abanikanda im Trainingskader.
Warum ausgerechnet Demercado
Demercado kam erst nach dem letzten Kaderschnitt nach Dallas: Die Cowboys holten ihn per Waiver-Claim von den Kansas City Chiefs.
Seine Zahlen sind überschaubar. In drei Jahren bei den Arizona Cardinals kam er auf 819 Rushing Yards und drei Touchdowns aus 126 Läufen, dazu 50 gefangene Pässe für 324 Yards und einen weiteren Touchdown.
Der entscheidende Punkt steht aber nicht in der Statistik: Demercados drei Jahre in Arizona fielen genau in die Zeit von Klayton Adams, dem heutigen Offensivkoordinator der Cowboys. Er muss das System nicht erst lernen. Das ist der Unterschied zwischen einem Spieler, den man von der Straße holt, und einem, den man gezielt beansprucht.
Davis' Ausfall trifft Dallas nicht nur im Angriff. Er galt als „Core Four“-Spieler in den Special Teams, war Personal Protector beim Punt und kam im Vorjahr auf sieben Tackles dort.
Es ist zudem der zweite schwere Verlust dieser Woche: Pro-Bowl-Guard Tyler Smith wurde zu Wochenbeginn am Daumen operiert und fehlt mindestens vier Spiele.
Eine kurze Geschichte des Cowboys-Backfields
Dallas war jahrzehntelang die Adresse für Running Backs. Emmitt Smith lief hier von 1990 bis 2002, holte vier Rushing-Titel und beendete seine Karriere mit 18.355 Yards – bis heute NFL-Rekord.
Danach wurde es unruhiger. Seit 2014 führten sechs verschiedene Spieler das Team in Rushing Yards an:
| Saison(en) | Führender Läufer | Bestwert |
|---|---|---|
| 2014 | DeMarco Murray | 1.845 |
| 2015 | Darren McFadden | 1.089 |
| 2016–2021 | Ezekiel Elliott | 1.631 (2016) |
| 2022–2023 | Tony Pollard | 1.007 (2022) |
| 2024 | Rico Dowdle | 1.079 |
| 2025 | Javonte Williams | 1.201 |
Wer in Dallas groß wurde, kassierte woanders
Das Muster ist bemerkenswert. DeMarco Murray führte 2014 mit 1.845 Yards die gesamte Liga an – und unterschrieb im Frühjahr darauf bei den Philadelphia Eagles. Tony Pollard lief zwei Jahre in Folge über 1.000 Yards und ging 2024 zu den Tennessee Titans. Rico Dowdle knackte 2024 erstmals die 1.000er-Marke und wechselte 2025 zu den Carolina Panthers.
Die Ausnahme war Ezekiel Elliott. Er kam 2016 als vierter Pick der ersten Runde, führte als Rookie mit 1.631 Yards die Liga an und trug das Backfield sechs Jahre lang. 2023 wurde er entlassen, kehrte 2024 kurz zurück und wurde zum Jahresende erneut entlassen.
Seit 2025 trägt Javonte Williams die Hauptlast, der von den Denver Broncos kam. Er ist der Erste seit Elliott, der nach einer 1.000-Yard-Saison in Dallas geblieben ist.
Fantasy-Einordnung
An Javonte Williams ändert sich nichts. Er bleibt die unangefochtene Nummer eins, und wer ihn gedraftet hat, muss nicht reagieren.
Interessant ist die zweite Rolle. Sie gehört ab sofort Demercado – einem Spieler mit 126 Läufen in drei Jahren. Kein Kandidat für die Startaufstellung, aber der direkte Handcuff zu einem Running Back, der vergangene Saison auf 252 Versuche kam.
In tiefen Ligen und Dynasty-Formaten ist er den Kaderplatz wert, in flachen Redraft-Ligen noch nicht.
Wer sonst verletzt ausfällt und in Fantasy-Drafts gezogen wurde, steht im Block „Verletzt und gedraftet“ auf Fantasy Football und im Injury Report. Alle Partien der Woche mit Anstoßzeit in deutscher und österreichischer Zeit stehen im Spielplan der Woche.
🔴 Einordnung: Verletzung, OP-Termin und IR-Wechsel stammen aus einem ESPN-Bericht, der sich auf eine Quelle beruft; eine Mitteilung der Cowboys lag bei Veröffentlichung nicht vor. Wie lange Davis ausfällt, hat niemand gesagt – deshalb steht hier keine Zahl. Die Saisonwerte 2014 bis 2025 sind über Pro Football Reference belegt.
Javonte Williams bleibt unangefochten die Nummer eins – daran ändert der Ausfall nichts, und wer ihn gedraftet hat, muss nichts tun. Interessant ist die zweite Rolle: Sie gehört ab sofort Emari Demercado, der in drei Jahren in Arizona nur auf 126 Läufe kam. Das ist kein Startelf-Kandidat, aber der Handcuff zu einem Running Back, der 2025 auf 252 Versuche kam. In tiefen Ligen und Dynasty-Formaten ist er den Kaderplatz wert, in flachen Redraft-Ligen noch nicht. Wichtig für die Einordnung: Demercados drei Jahre in Arizona fielen genau in die Zeit des heutigen Cowboys-Offensivkoordinators Klayton Adams – er kennt das System bereits.