Jonathan Taylor verlängert bei den Colts: zwei Jahre, bis zu 47 Millionen Dollar

Zwei Jahre, 44 Millionen Dollar, davon 39 Millionen garantiert: Jonathan Taylor bleibt in Indianapolis. Es ist der größte dritte Vertrag, den je ein Running Back unterschrieben hat.

Jonathan Taylor und die Indianapolis Colts haben sich auf eine Vertragsverlängerung geeinigt: zwei Jahre, 44 Millionen Dollar Grundvolumen, bis zu 47 Millionen mit Boni, davon 39 Millionen garantiert. Gemeldet haben es am Donnerstag Ian Rapoport (NFL Network) und Adam Schefter (ESPN). Ausgehandelt hat den Abschluss Taylors Berater Malki Kawa. Der Vertrag bindet Taylor bis einschließlich 2027 an Indianapolis.

Rapoport ordnet den Abschluss als den größten dritten Vertrag ein, den je ein Running Back unterschrieben hat. Das ist die eigentliche Einordnung: Nicht die absolute Höhe ist das Bemerkenswerte, sondern dass ein Läufer im siebten Jahr überhaupt noch einmal auf diesem Niveau bezahlt wird.

Entscheidend sind wie immer die 39 Millionen, nicht die 47. NFL-Verträge sind — anders als im europäischen Fußball — grundsätzlich nicht garantiert; ein Verein kann einen Spieler entlassen und schuldet ihm danach nur das vertraglich abgesicherte Geld. Bei Taylor sind rund vier Fünftel des Grundvolumens abgesichert. Das ist eine ungewöhnlich hohe Quote und der belastbarste Hinweis darauf, wie fest Indianapolis mit ihm plant.

Sportlich lässt sich der Abschluss gut begründen. 2025 kam Taylor in 17 Spielen auf 1.585 Yards aus 323 Läufen, im Schnitt 4,9 Yards pro Versuch, dazu 84 erlaufene First Downs und einen längsten Lauf über 83 Yards. Seine 18 Lauf-Touchdowns waren Liga-Bestwert. Bei den reinen Laufyards lag er hinter James Cook (1.621) und Derrick Henry (1.595) auf Rang drei — der Abstand zur Spitze betrug 36 Yards. Als Passempfänger kam er bei 55 Zielen auf 378 Yards und zwei weitere Touchdowns. Macht 1.963 Yards aus Läufen und Fängen und 20 Touchdowns insgesamt, bei nur einem verlorenen Fumble.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Zwei Tage zuvor hatte Bijan Robinson bei den Atlanta Falcons mit drei Jahren und bis zu 75 Millionen Dollar den höchstdotierten Running-Back-Vertrag der Ligageschichte unterschrieben. Mit 22 Millionen Dollar pro Jahr bleibt Taylor darunter — was angesichts des Altersunterschieds und der kürzeren Laufzeit erwartbar war. Bemerkenswert ist eher, wie schnell die Colts nachzogen: Wer auf dieser Position noch verhandeln muss, verhandelt seit dieser Woche gegen einen deutlich teureren Markt.

Für uns schließt sich damit ein Vorgang, über den wir Ende Juni berichtet hatten. Damals hatte Taylor öffentlich erklärt, verlängern zu wollen, während die Colts dazu schwiegen. Die Antwort steht jetzt fest — und sie fällt deutlicher aus, als das monatelange Schweigen vermuten ließ.

Offen bleibt der prominenteste Fall der Position. Jahmyr Gibbs hat bei den Detroit Lions weiterhin keinen neuen Vertrag und ist damit der letzte große ungelöste Running-Back-Vorgang dieses Sommers. Nach Robinson und Taylor innerhalb einer Woche ist die Zahl, an der sich Detroit messen lassen muss, zweimal nach oben korrigiert worden.

Fantasy-Take

Für Taylor-Besitzer ist das die bestmögliche Nachricht vor dem Draft: Das Vertragsthema ist erledigt, ohne dass er dafür eine Einheit im Trainingscamp verpasst hätte, und die Colts haben mit 39 Millionen garantiert klargemacht, dass sie ihn einsetzen wollen. Wer sich wegen der Belastungsdebatte im Trainerstab Sorgen gemacht hat — Thema bei uns im Juli —, bekommt hier ein Gegenargument: So bezahlt man keinen Committee-Back. Die 18 Lauf-Touchdowns aus 2025 sind ohnehin der Wert, der ihn in Standardligen trägt; Touchdowns schwanken zwar stärker als Yards, aber die Rolle an der Torlinie ist unverändert seine. Der eigentliche Draft-Fall bleibt Jahmyr Gibbs: Solange dort nichts unterschrieben ist, ist er das größere Risiko der beiden.