Mahomes setzt Maßstab: Jackson-Extension wird für Ravens teurer
Patrick Mahomes hat den Quarterback-Markt mit 64 Millionen Dollar pro Jahr neu definiert – und damit die Verhandlungsposition von Lamar Jackson gegenüber den Baltimore Ravens weiter gestärkt. Eine Einigung gibt es bislang nicht, doch das Zeitfenster für beide Seiten läuft.
Ravens-Besitzer Steve Bisciotti hatte gehofft, bis zum Liga-Jahresstart am 11. März 2026 eine Vertragsverlängerung mit Jackson zu finalisieren. Daraus wurde nichts. Stattdessen einigten sich beide Parteien auf ein Restructuring: Jacksons Cap-Hit für 2026 sinkt dadurch von 74,5 auf 34,54 Millionen Dollar – erkauft durch einen erhöhten Cap-Wert von 84,49 Millionen Dollar im Jahr 2027. Konkret wurden 49,95 Millionen Dollar seines Grundgehalts in einen Signing Bonus umgewandelt, was 39,96 Millionen Dollar an zusätzlichem Cap-Raum für die laufende Saison freisetzt. Der neue Mahomes-Deal wirft dabei einen langen Schatten. Ein anonymer NFL-General-Manager brachte die Lage für die Ravens unmissverständlich auf den Punkt: „Es wird das nicht billiger machen." Analysten sehen einen fairen Vergleichswert für Jackson bei rund 374 Millionen Dollar Gesamtvolumen. Da Jackson noch zwei Jahre und 104 Millionen Dollar auf seinem aktuellen Vertrag hat – je 52 Millionen in 2026 und 2027 –, würde eine Vierjahres-Extension rechnerisch etwa 270 Millionen Dollar umfassen, was 67,5 Millionen Dollar pro Jahr entspräche. Jacksons Verhandlungsposition ist dabei ungewöhnlich komfortabel. Er besitzt nicht nur eine No-Trade-Klausel, sondern auch eine Klausel, die Baltimore nach Ablauf seines Vertrags nach der Saison 2027 den Einsatz des Franchise Tags verbietet. Die Ravens können ihn also nicht gegen seinen Willen halten – ein seltenes Druckmittel in Spielerhand. Entspannt gibt sich auch Jacksons Umfeld: Er sei „cool" damit, die Saison 2026 ohne neue Extension auf Basis des umstrukturierten Deals zu spielen. Jackson selbst meldete sich erstmals seit vier Monaten öffentlich zu Wort, hielt Vertragsgespräche aber bewusst privat. Betont hat er jedoch, sich langfristig bei den Ravens zu sehen. Auf die Frage nach einem vollgarantierten Vertrag reagierte er mit einer klaren Abgrenzung zur Vergangenheit: „Dieses Gespräch war 2022. Es ist 2026. Wir lassen das in 2022." Da er sich selbst vertritt, ist kaum zu erwarten, dass er während des Trainingscamps oder der Saison in ernsthafte Verhandlungen einsteigt. Als kritisches Zeitfenster gilt daher der Zeitraum vor dem Veteranen-Trainingscamp-Beginn am 28. Juli. The-Athletic-Reporter Jeff Zrebiec zeigte sich zuletzt vorsichtig optimistisch, dass eine Einigung noch vor dem Saisonstart gelingt.
Jackson bleibt trotz fehlender Extension die klare QB1-Option in Baltimore und ist in Fantasy-Formaten aller Art unverändert als Elite-Quarterback einzustufen. Das Restructuring ändert nichts an seiner Verfügbarkeit für 2026 – solange kein Holdout-Szenario entsteht, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung für Fantasy-Manager.