Jonathan Taylor will verlängern – die Colts schweigen
Jonathan Taylor geht in das letzte Jahr seines Vertrags und möchte langfristig Colt bleiben. Doch Indianapolis zeigt bislang kaum Initiative – und die Erinnerung an den Vertragsstreit von 2023 ist noch frisch.
Nach einer starken Saison 2025 – 1.585 Rushing Yards, 4,9 Yards per Carry und 20 Touchdowns in 17 Spielen – ist Jonathan Taylor einer der besten Running Backs der Liga. Doch sein Vertrag läuft aus: 2026 erhält er ein Grundgehalt von 11,98 Millionen Dollar, dann ist Schluss. Mit 14 Millionen Dollar Jahresgehalt liegt er derzeit nur auf Platz sieben unter den Running Backs – hinter Neuverpflichtungen wie Devon Achane (16 Mio./Jahr), Saquon Barkley (20,6 Mio./Jahr) und Christian McCaffrey (19 Mio./Jahr). Taylor dürfte eine deutliche Aufwertung fordern. Der Spieler selbst gibt sich öffentlich konstruktiv. „I would love to be a Colt for life", sagte Taylor und betonte, er habe diesen Wunsch dem Team gegenüber bereits kommuniziert. Idealerweise will er einen neuen Deal abschließen, bevor die Situation eskaliert – zumal er nach zwei aufeinanderfolgenden Saisons mit über 300 Laufversuchen mehr Absicherung anstrebt. Die hohe Arbeitsbelastung ist ein zweischneidiges Schwert: Sie belegt seinen Wert, erhöht aber auch das Verletzungsrisiko. Das eigentliche Problem liegt auf der anderen Seite des Verhandlungstisches. ESPN-Insider Stephen Holder schrieb, die Colts hätten in dieser Offseason „little initiative when it comes to extending contracts" gezeigt – und das, obwohl neben Taylor auch die Verträge von Guard Quenton Nelson und Defensive Tackle DeForest Buckner auslaufen. Drei Franchise-Eckpfeiler gleichzeitig, kein bekanntes Angebot für einen von ihnen. Holder vermutet, dass der Druck auf Head Coach Shane Steichen und GM Chris Ballard die Handlungsfähigkeit einschränkt. Wer die Geschichte kennt, wird nervös. 2023 eskalierte eine vergleichbare Situation zum monatelangen Vertragsstreit: öffentliche Sticheleien zwischen Taylors Agenten und dem damaligen Eigentümer Jim Irsay, ein komplett verpasstes Trainingslager, kein Einsatz bis Woche 5. Am Ende stand die Einigung auf drei Jahre und 42 Millionen Dollar – aber der Weg dorthin war unnötig lang und laut. Holder warnt explizit: „When Taylor faced a similar scenario in 2023, it culminated in a contract standoff that lasted two months." Mit dem nahenden Trainingslager 2026 wächst der Druck auf beide Seiten.
Taylor ist nach wie vor eine Top-Adresse im Dynasty-Format: 300+-Carry-Workload, exzellente Effizienz, klare RB1-Rolle. Die Vertragsunsicherheit ist jedoch ein Risikofaktor – sollte es erneut zu einem Trainingslager-Boykott kommen wie 2023, droht ein langsamer Saisonstart. Im Redraft 2026 vorerst beobachten, bis die Vertragslage klarer ist.