Browns QB-Duell: Sanders holt auf – Watson trainiert in der Pause

Der Quarterback-Kampf bei den Cleveland Browns bleibt offen: Shedeur Sanders hat den Vorsprung von Deshaun Watson im Frühjahr spürbar verkürzt – und Watson reagiert mit Extra-Training in der Sommerpause.

Ende April sah es noch klar aus: Watson bekam den Löwenanteil der First-Team-Reps beim ersten freiwilligen Minicamp, Sanders spielte eine deutlich untergeordnete Rolle. Doch ESPN-Reporter Jeremy Fowler fasste die Entwicklung seither treffend zusammen – Watson sei als klarer Favorit in den Frühling gegangen, Sanders habe den Rückstand jedoch zumindest teilweise aufgeholt. Head Coach Todd Monken entschied sich nach dem obligatorischen Minicamp bewusst dagegen, einen Starter zu benennen, und verlängert den Wettbewerb damit bis ins Trainingslager. Der Schlüssel zu Sanders' Aufholjagd liegt in zwei Bereichen: Fußarbeit und Spielverständnis. Offensive Coordinator Travis Switzer lobte den 24-Jährigen ausdrücklich: „Seine Fähigkeit, Progressionen durchzuarbeiten, hat sich verbessert. Seine Füße werden schneller, und er ist bereit zu werfen, wenn es nötig ist – das ist konstanter geworden." Der Hintergrund ist bekannt: Laut NFL Next Gen Stats kamen in der Vorsaison 18,9 Prozent von Sanders' Pässen nach mehr als vier Sekunden – der zweithöchste Wert der gesamten Liga hinter Lamar Jackson – was zu 14 Pressures und drei Sacks auf Extended Dropbacks führte. Sanders hatte den Großteil des Winters in Cleveland verbracht, um gezielt an diesen Schwächen zu arbeiten. Browns-Eigentümer Jimmy Haslam würdigte das beim League-Meeting im März: „Das zeigt viel über seine Hingabe." Watson seinerseits lässt sich von der Konkurrenz nicht aus der Ruhe bringen. Obwohl sich die Browns-Spieler offiziell in der Sommerpause befinden, kehrte der Quarterback ans Trainingsgelände in Berea zurück – begleitet von Privatphysiotherapeut Billy Voltaire und QB-Coach Quincy Avery. Für Mitte Juli plant Watson zudem ein Passing Camp in Südfl orida mit Offensiv-Teamkollegen. Sanders kündigte an, daran teilzunehmen, statt ein eigenes Camp zu veranstalten – ein Signal, dass die Zusammenarbeit trotz des Konkurrenzkampfs funktioniert. Watsons Ausgangslage bleibt dennoch fragil. Seit Oktober 2024 hat er nicht mehr gespielt, nachdem er sich die rechte Achillessehne gerissen hatte. In seiner letzten aktiven Saison 2024 vollendete er nur 63,4 Prozent seiner Pässe bei einer ligaweit erschreckend hohen Sack-Rate von 13,3 Prozent. Cleveland befindet sich im letzten Jahr von Watsons mehrfach umstrukturiertem Vertrag – der Druck, zu liefern, ist enorm. Neben Watson und Sanders stehen auch Dillon Gabriel (Drittrunden-Pick 2025) und Rookie Taylen Green (Sechstrunde 2026) im QB-Room, auch wenn der Starter-Kampf klar zwischen den ersten beiden ausgetragen wird. Die endgültige Entscheidung will Monken erst in spielähnlicheren Situationen treffen: mit Pads, einem lebhafteren Pass-Rush und vor allem in der Preseason. Beide Kandidaten gelten mindestens bis zum Preseason-Spiel gegen die Buffalo Bills am 22. August als Starter-Anwärter. Zuvor gastiert Cleveland am 15. August bei den Chicago Bears, das abschließende Testspiel folgt am 27. August gegen die New England Patriots. Wer bis dahin überzeugt, bekommt das Recht, die Browns in die Saison zu führen.

Fantasy-Take

Watson und Sanders sind die heißesten Quarterback-Wetten im AFC North – für Fantasy-Manager in Dynasty-Leagues ein Pflichtthema. Sanders' Fortschritte beim Processing machen ihn zum attraktiveren langfristigen Aufbau-Asset, doch solange kein Starter benannt ist, bleibt der Kauf beider QBs spekulativ. Im Redraft 2026 empfiehlt sich Zurückhaltung, bis Monken nach der Preseason Klarheit schafft.