Kamara bleibt vorerst– aber Etienne übernimmt das Kommando in New Orleans

Alvin Kamara wird die Saison 2026 bei den New Orleans Saints bestreiten – doch zum ersten Mal seit seiner Rookie-Saison ist er nicht mehr die klare Nummer eins im Backfield. Travis Etienne übernimmt die Lead-Back-Rolle, Kamaras Zukunft über diese Saison hinaus bleibt offen.

Die Spekulationen zogen sich über Monate hin, doch am Ende war es Kamara selbst, der die Entscheidung erzwang: Der 30-Jährige erschien bei den OTAs – ungewöhnlich für ihn – und signalisierte damit unmissverständlich seinen Bleibewillen. Coach Kellen Moore ließ keinen Zweifel daran, dass er willkommen ist: „He's on the roster and we're excited about him", sagte Moore und betonte die Vorfreude auf das Duo mit Etienne. Kamara selbst erklärte, er sei zu 100 Prozent fit und habe keinerlei Konflikte mit dem Coaching Staff oder seinem neuen Backfield-Partner. Die Saints hatten die Situation im März bereits finanziell entschärft: Kamaras Grundgehalt von 10,155 Millionen Dollar wurde in einen Signing Bonus umgewandelt, wodurch der Cap-Hit 2026 von 18,63 auf 10,45 Millionen Dollar sank – ohne dass Kamara zusätzliches garantiertes Geld erhielt. Dennoch bleibt die Lage bemerkenswert: New Orleans ist das einzige Team der NFL mit zwei Running Backs, die jeweils über 12 Millionen Dollar pro Saison verdienen. Eine auf Dauer kaum tragbare Konstellation – zumal Kamaras Vertrag nach der Saison ausläuft und durch frühere Restrukturierungen noch 14 Millionen Dollar Dead Cap für 2027 anfallen. Travis Etienne, mit einem Vierjahresvertrag über 52 Millionen Dollar verpflichtet, ist die klare Antwort der Saints auf die Frage nach ihrer Backfield-Zukunft. Kamara soll gezielter eingesetzt werden, was seinen körperlichen Verschleiß reduzieren könnte – ein Ansatz, der nach seiner verletzungsreichen Saison 2025 Sinn ergibt. Damals limitierte ihn eine MCL-Zerrung auf elf Spiele, er kam lediglich auf 131 Carries für 471 Yards, 33 Receptions für 186 Yards und einen einzigen Touchdown – die mit Abstand schwächste Saison seiner Karriere. Trotz aller Unsicherheit gibt sich Kamara optimistisch. Im Podcast-Interview mit Ex-Teamkollege Terron Armstead lobte er Quarterback Tyler Shough, Rookie-Receiver Jordyn Tyson und äußerte sich ausdrücklich positiv über das Zusammenspiel mit Etienne. Saints-GM Mickey Loomis hingegen antwortete bei SiriusXM auf die direkte Frage nach Kamaras Zukunft ausweichend – man arbeite noch daran, die Roster-Situation zu klären. Ein Satz, der mehr Fragen offenlässt als er beantwortet.

Fantasy-Take

Kamara ist in der Redraft-Saison 2026 als deutlich reduziertes Receiving-Back-Profil einzustufen – Etienne kassiert die Touches, Kamara bleibt allenfalls als situativer Spieler mit PPR-Upside interessant, aber klar hinter Etienne zu ranken. Im Dynasty ist Kamaras Vertragssituation ein klares Warnsignal: Nach 2026 droht das Ende, ein Trade oder Abgang im Laufe der Saison bleibt möglich.