Mims ohne Vertrag: Broncos in der Klemme

Marvin Mims Jr. steht im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags – und die Denver Broncos haben bislang keine Verlängerungsgespräche geführt. Die Gemengelage aus Salary-Cap-Not, einer überfüllten Receiver-Gruppe und einem Agentenwechsel macht die Situation für beide Seiten kompliziert.

Mims wurde 2023 als Pick #63 gedraftet und unterschrieb einen Vier-Jahres-Rookie-Deal über insgesamt 6,07 Millionen Dollar. In seiner letzten Vertragssaison 2026 schlägt er mit einem Cap-Hit von 6,12 Millionen Dollar zu Buche. Für einen Spieler, der in 48 Spielen 1.202 Receiving Yards, 98 Receptions, zwei Pro-Bowl-Nominierungen und eine First-Team-All-Pro-Auszeichnung vorweisen kann – dazu 2.421 Return Yards – ist das schlicht Unterbezahlung. Wie weit die Kluft zwischen aktuellem und künftigem Gehalt sein könnte, zeigt die Markteinschätzung: Laut Luca Evans vom Denver Post könnte sein Jahresgehalt von derzeit rund 1,51 Millionen Dollar auf bis zu 10 Millionen steigen. Ein Agent, der mehrere Wide Receiver betreut, veranschlagte sogar 11 bis 13 Millionen Dollar jährlich – abhängig von Mims' Leistung in der Saison 2026. Zahlen, die Denver erhebliche Kopfschmerzen bereiten dürften. Dass noch keine Gespräche stattgefunden haben, machte Mims selbst im Mai öffentlich: „Nicht wirklich. Es war irgendwie seltsam … Ich bin einfach jeden Tag aufgetaucht. Persönlich habe ich keine Gespräche gehabt." Kurz darauf zog er die Konsequenz und wechselte seine Agentur: von der Ballengee Group zu Athletes First – ein klares Signal, dass er den Druck auf die Verhandlungen erhöhen will. Strukturell ist Denver in der Bredouille. Laut Over The Cap sind für 2027 nur noch rund 11,7 Millionen Dollar Cap-Raum projiziert. Courtland Sutton kommt auf 23 Millionen Dollar Jahresgehalt, Jaylen Waddle bringt einen teuren und flexiblen Vertrag mit. In dieser Konstellation ist eine Verlängerung mit Mims finanziell kaum darstellbar – zumal er in der Tiefe der Receiver-Hierarchie hinter Sutton, Waddle, Troy Franklin und Pat Bryant auf Rang fünf rutschen könnte. Hinzu kommt die starke Überschneidung seines Profils mit dem von Neuzugang Waddle. GM George Paton schloss im März einen Trade aus der Receiver-Gruppe zwar aus – „Warum sollten wir diese Gruppe aufbauen und jetzt jemanden traden?" –, eine Vertragsverlängerung mit Mims hat er damit aber nicht versprochen. Mims selbst gibt sich pragmatisch: Eine Verlängerung wäre „sweet", er wisse aber, dass die Broncos nicht jeden halten könnten. Luca Evans fasste die Lage treffend zusammen: eine „komplizierte Position" für beide Seiten.

Fantasy-Take

In Redraft-Formaten ist Mims angesichts seiner möglichen Rolle als Fünfter in der Receiver-Hierarchie kaum zu empfehlen – zu viel Konkurrenz um Targets. Im Dynasty ist die Vertragssituation ein echter Unsicherheitsfaktor: Wer ihn hält, muss auf eine mögliche Trennung oder einen Trade nach der Saison vorbereitet sein.