Joey Porter Jr.: Steelers-Extension stockt – kommt der Deal noch?

Die Pittsburgh Steelers und Cornerback Joey Porter Jr. stehen vor einer der drängendsten Vertragsfragen des Offseasons 2026 – doch eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Mit auslaufendem Rookie-Vertrag, einem Agenturwechsel seines Beraters und einer klaren Selbsteinschätzung als Elite-Cornerback wird die Lage vor dem Training Camp immer angespannter.

Joey Porter Jr. hat in drei NFL-Saisons eindrucksvolle Zahlen geliefert: 165 Tackles, 31 Pass Deflections, drei Interceptions – und in seiner gesamten Karriere erst einen zugelassenen Touchdown-Pass, und das als Rookie 2023. In der Saison 2025 ließ er laut Next Gen Stats eine Passer Rating von nur 61,5 zu – fast zehn Punkte besser als Patrick Surtain II. Seine Catch-Rate-Allowed-over-Expected-Werte übertrafen die von Surtain, Trent McDuffie, Sauce Gardner, Derek Stingley und Jaycee Horn. Porter weiß, was er wert ist. Beim Mandatory Minicamp ließ der 25-Jährige keinen Zweifel an seinen Erwartungen: „Ich war seit meinem ersten Tag in der Liga ein Elite-Spieler, und ich bin froh, dass ich den Respekt bekomme, den ich mir verdient habe." Am Markt führt Trent McDuffie (Rams) mit 31 Millionen Dollar Jahresgehalt, Sauce Gardner und Derek Stingley Jr. liegen bei je 30 Millionen. Porter soll einen Vertrag von rund 25 Millionen Dollar oder mehr pro Jahr anstreben – was ihn bestenfalls unter die Top 5 seiner Position einordnen würde. Der Knackpunkt dürften laut SI.com die garantierten Summen werden: Porter strebt mindestens 35 Millionen Dollar an Garantien an, möglicherweise bis nahe an 50 Millionen Dollar. Erschwerend kommt eine strukturelle Besonderheit hinzu: Porter wurde mit Pick 32 ausgewählt – technisch ein Second-Round-Pick, da Miami im ersten Durchgang einen Pick forfeitiert hatte. Das bedeutet: keine Fifth-Year-Option für Porter, womit den Steelers ein übliches Instrument zur Überbrückung fehlt. Hinzu kommt, dass Pittsburgh bekanntlich keine Verträge während der Regular Season verhandelt. Die Deadline ist real, und sie rückt näher. Einen weiteren Unsicherheitsfaktor brachte der Agenturwechsel von Porters Berater Andre Odom: Er verließ Athletes First und wechselte zur Win Sports Group. Welche konkreten Auswirkungen das auf die laufenden Gespräche hat, ist unklar – doch angesichts der Tatsache, dass die Vertragssituation das Top-Thema der Organisation vor dem Training Camp Ende Juli ist, ist der Zeitpunkt des Wechsels nicht unerheblich. Pittsburgh Post-Gazette-Insider Gerry Dulac äußerte zuletzt Zweifel, ob Porter überhaupt noch in dieser Offseason verlängert – und formulierte es bezeichnend vorsichtig: „wenn sie ihn verpflichten". Experten-Prognosen liegen zwischen 110 und 116 Millionen Dollar über vier Jahre. Mark Kaboly erwartet eine 4-Jahres-Extension über 112 Millionen Dollar mit rund 40 Millionen Dollar Garantie, Behind the Steel Curtain tippt auf 4 Jahre und 110 Millionen Dollar (27,5 Millionen pro Jahr). Sollte bis zum Training Camp kein Deal zustande kommen, könnte Porter einem sogenannten Hold-in nachgehen – er würde zwar erscheinen, aber nur eingeschränkt mitarbeiten, wie bereits beim Offseason-Programm zu beobachten war.