NFL verweigert Sorsby Supplemental Draft – Wett-Skandal kostet Saison 2026

Quarterback Brendan Sorsby wird auch in der NFL-Saison 2026 nicht spielen können: Die Liga hat entschieden, keinen Supplemental Draft abzuhalten, und verwehrt dem Texas-Tech-Spieler damit den einzigen verbliebenen Weg in den Profifootball.

Der Hintergrund ist ein handfester Wett-Skandal: Die NCAA hatte Sorsby für die Collegesaison 2026 für nicht spielberechtigt erklärt, nachdem er einräumte, während seiner Zeit an den Universitäten Indiana, Cincinnati und Texas Tech Wetten im Gesamtwert von mindestens 90.000 US-Dollar platziert zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Sorsby dabei Mittelsmänner einsetzte, um in Texas zu wetten – einem Bundesstaat, in dem Sportwetten illegal und als Vergehen strafbar sind. Zunächst versuchte Sorsby per einstweiliger Verfügung, eine Spielberechtigung für Texas Tech zu erstreiten – eine Verfügung vom 8. Juni hätte ihm das nach einer Zwei-Spiele-Sperre ermöglicht. Er ließ die Klage jedoch fallen und erklärte sich stattdessen für den Supplemental Draft. Dieser Plan scheiterte nun ebenfalls: Sorsby reichte seinen Antrag drei Werktage vor der Frist am 22. Juni ein – ohne unterstützende Dokumente, wie die NFL in ihrem Ablehnungsschreiben festhielt. Der NFL Management Council betonte zudem, dass die Liga seit mehreren Jahren keinen Supplemental Draft mehr abgehalten habe und vor Sorbys Antrag auch keine entsprechenden Pläne für 2026 gehabt habe, da kein anderer Spieler eine Aufnahme beantragt hatte. In dem Schreiben kritisierte die NFL Sorbys Verhalten deutlich: Er habe „versucht, den Konsequenzen durch Klagen zu entgehen, anstatt Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen", und sei erst nach dem Scheitern dieser Bemühungen in die NFL eintreten wollen. Zusätzlich argumentierte die Liga, ein Supplemental Draft wäre angesichts der laufenden Trainingscampvorbereitungen der Teams eine unnötige Ablenkung. Sorbys Optionen sind damit nahezu erschöpft. Auch die Canadian Football League bestätigte, dass kein CFL-Team den Quarterback für 2026 verpflichten oder auch nur auf die Verhandlungsliste setzen darf. Da Sorsby durch seine Erklärung für den Supplemental Draft seine College-Berechtigung aufgegeben hat, ist auch eine Rückkehr an eine FBS- oder FCS-Universität ausgeschlossen. Sorbys Anwalt Jeffrey Kessler kündigte gegenüber ESPN an, die Entscheidung der NFL als „Verletzung des CBA und des Gesetzes" umgehend mit der NFLPA weiterzuverfolgen – wobei offen bleibt, ob die Gewerkschaft diese Position teilt, da sie die entsprechende Regelung selbst ausgehandelt hat. Frühestens beim NFL Draft im April 2027 könnte Sorsby den Sprung in die Liga wagen.