Brissett im Vertragsstreit: Privattraining mit den Cardinals-Receivern

Jacoby Brissett fordert mehr Geld von den Arizona Cardinals – und trainiert währenddessen auf eigene Faust mit seinen Passempfängern. Ein Signal, das in zwei Richtungen gelesen werden kann.

Am Donnerstag postete Brissett eine Instagram-Story von einer gemeinsamen Trainingswoche in Südflorida. Mit dabei: Wide Receiver Marvin Harrison Jr., Tight End Trey McBride, dazu Elijah Higgins, Simi Fehoko und Quarterback Kedon Slovis. Die Bildunterschrift war knapp – „Great week w/ the guys!" – die Botschaft dahinter weniger.

Denn Brissett und die Cardinals sind sich beim Geld nicht einig. Der Quarterback war den freiwilligen Offseason-Einheiten ferngeblieben und erschien erst zum Pflicht-Minicamp im Juni – wo er zwar anwesend war, an den Übungen aber nicht teilnahm. Der Grund: Sein Vertrag für 2026 ist auf maximal 5,44 Millionen Dollar dotiert, die Grundvergütung liegt bei 4,88 Millionen – und garantiert sind davon lediglich 1,5 Millionen. Genau darum geht der Streit: Brissett fordert laut ESPN vor allem mehr Garantiegeld, ausdrücklich keine zusätzlichen Vertragsjahre. Zum Vergleich: Mehrere etatmäßige Backups der Liga verdienen mehr als Arizonas designierter QB1 – also der gesetzte Startquarterback, was Brissett nach dem Abgang von Kyler Murray ist.

Das Privattraining ist deshalb ein doppeltes Signal. Einerseits zeigt Brissett Führungsanspruch: Er hält die Offense zusammen, auch ohne Vertrag nach seinem Geschmack. Andererseits demonstriert er dem Klub, wie zentral er für das Passspiel ist – und erhöht damit den Druck.

Die Uhr tickt: Die Cardinals-Veteranen melden sich am 22. Juli zum Training Camp, der mehrwöchigen Saisonvorbereitung – gemeinsam mit den Carolina Panthers als erste Teams der Liga. Beide starten früher, weil sie am 6. August im Hall of Fame Game in Canton aufeinandertreffen. Bis dahin bleibt wenig Zeit für eine Einigung. Ein Holdout, also ein bewusstes Fernbleiben vom Camp, wäre der nächste Eskalationsschritt – und würde die Vorbereitung einer ohnehin jungen Offense empfindlich stören.

Fantasy-Take

Für Fantasy-Manager ist das ein Warnsignal mit Ansage: Brissett selbst ist bestenfalls ein QB2 in tiefen Ligen. Der eigentliche Hebel liegt bei Marvin Harrison Jr. und Trey McBride – deren Wert hängt direkt daran, dass die Cardinals mit einem eingespielten Starter in die Saison gehen. Verpasst Brissett Teile des Camps oder wechselt Arizona die QB-Lösung, sinkt die Verlässlichkeit beider Optionen spürbar. Bis zum Camp-Start am 22. Juli beobachten, nicht überreagieren.

Quellen: nfl.com