Falcons-QB-Duell: Tua mit Vorsprung, Penix kämpft ums Knie
Die Atlanta Falcons haben Tua Tagovailoa verpflichtet, um Michael Penix Jr. um den Starterposten herauszufordern – doch ein echtes Kräftemessen steht noch aus. Penix erholt sich von einer ACL-Operation, während Tagovailoa bei den OTAs bereits die meisten Team-Reps sammelt.
Auf dem Papier ist es ein offener Wettkampf: GM Ian Cunningham holte Tagovailoa mit einem Einjahresvertrag über 1,2 Millionen Dollar ausdrücklich, um gegen Penix zu „konkurrieren". In der Praxis aber hinkt das Duell hinter dem Zeitplan her. QB-Coach Alex Van Pelt räumte ein, dass Penix' Knie „gerade nicht zu 100 Prozent fit" sei und der junge Quarterback am Ende seiner Dropbacks noch nicht so abdrücken könne, wie es in zwei weiteren Monaten der Fall sein dürfte. Sollte Penix nicht rechtzeitig für vollständige Team-Drills freigegeben werden, könnte die eigentliche Entscheidung erst im Trainingslager im Juli fallen.
Um die ungleichen Bedingungen zumindest teilweise auszugleichen, bekommt Penix in den OTAs mehr 7-gegen-7-Reps, während Tagovailoa den Großteil der 11-gegen-11-Einheiten bestreitet. Van Pelt beschrieb das Ziel: „Wir teilen die Reps so gleichmäßig wie möglich auf, ohne dass Mike Team-Reps nimmt." Ein Schwerpunkt der Offseason-Arbeit liegt dabei für beide Quarterbacks auf dem Spiel unter dem Center – ein Bereich, der unter dem neuen Coaching-Staff besondere Bedeutung hat. Van Pelt betonte, man liebe es in diesem System, aus dem Under-Center-Set heraus den Ball zu laufen. Pikant: Penix hatte laut Next Gen Stats in der Saison 2025 lediglich einen einzigen Dropback aus eben dieser Formation.
Die frühen Beobachtungen sprechen derzeit für Tagovailoa. ESPN-Reporter Marc Raimondi berichtete, dass der einmalige Pro-Bowler nach den OTAs und dem Pflichtminicamp einen Vorsprung haben dürfte. Head Coach Kevin Stefanski lobte Tagovailoas Passgenauigkeit als „angeboren und gottgegeben" – seit seinem NFL-Debüt 2020 hat der 28-Jährige 68 Prozent seiner Pässe vollendet. ESPN-Analyst Louis Reddick legte sich klar fest: „Ich persönlich glaube, dass Tagovailoa diesen Job gewinnen sollte. Tua ist ein fantastischer Passer. Wenn er auf dem Feld bleiben kann und sie komplementären Football spielen, gewinnt er den Job."
Allerdings stellen die PFF-Rankings die Ambition beider Seiten in Frage: Tagovailoa landet auf Rang 28 der Liga, Penix erhält lediglich eine „Honorable Mention" auf einer Stufe mit Shedeur Sanders und J.J. McCarthy. Beide Quarterbacks – 26 und 28 Jahre alt – kämpfen mit Verletzungshistorien. Sollte im Jahr 2026 keiner überzeugen, dürften die Falcons im Draft 2027 erneut auf Quarterback-Suche gehen. Immerhin: Die Atmosphäre in der Kabine scheint konstruktiv. Wide Receiver Drake London beschrieb Tagovailoa als „großartigen Typen, der immer ein Lächeln im Gesicht hat", und betonte, beide Quarterbacks kämen gut miteinander aus. Van Pelt ist überzeugt, dass sich die Frage irgendwann von selbst beantwortet: „Es wird darauf hinauslaufen, wer den besten Football spielt, wenn es darauf ankommt."
Wer den Starterposten gewinnt, ist im Redraft als Middle-Tier-QB einzuplanen – Tagovailoa hat mit seiner Passgenauigkeit mehr nachgewiesenes Upside, trägt aber das bekannte Verletzungsrisiko. Penix bleibt vorerst eine Wartepositon; auch Drake London als WR1 ist erst dann verlässlich aufstellbar, wenn die Starter-Frage geklärt ist.